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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
Entstehung
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579
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Note 2. Die Entstehung der Septuaginta und der Aristeasbrief. 579

Wichtigkeit genug gehabt, einen Erinnerungstag zu hinterlassen, noch ließe sichüberhaupt ein Tag für die Feier fixieren.

3) Diese Voraussetzung wird auch von einer andern Seite bestätigt. Eine,wie sich zeigen wird, für diese Frage wichtige palästinensische Nachricht erzählt,daß man in Judäa den Tag der griechischen Übersetzung für einen Unglückstaggehalten, gleich jenem, an dem das goldene Kalb als Gottheit substituiertworden, weil der Sinn der Thora nicht genügend in eine andere Spracheübertragen werden könne. Ihrer Wichtigkeit wegen setze ich die Stelle ganz hier-her: mw buiv'b rivp ann m.-,, mm rwirm rm 'bmi 'nbnb w.u mewri: .-vrpLilasseedst Lspdsr Dstora. (.1002 bo amnrw rwmn rmm nNe.' w rw'-me'

eck. Xirolilieiin I, Loterim I, 7). Ich halte diese Nachricht durchweg für sehralt und darum auch für historisch*). Sie stammt aus einer alten Boraita.Alt ist sie, weil sie im grellsten Widerspruch steht zu der Apotheose der Septua-ginta, welche R. Juda b. Jlai in der zweiten Hälfte des zweiten christlichenJahrhunderts, offenbar ans Grund der Aristeassage, aus Alexandrien gebracht hat(UsAilia, 6, vergl. Frankels Vorstudien 27). Nachdem einmal durch R. JudasAutorität die wunderbare Entstehung der I-XX anerkannt war, würde niemandgewagt haben, einen Tadel an ihr zu finden; folglich ist jene Nachricht älterals R. Juda. Ohne den Widerspruch zu ahnen, stehen in dieser Quelle beideRelationen von der Entstehung der I-XX, dis verdammende und die apotheo-sierende, dicht neben einander. Ferner ist der Umstand zu erwägen, daß nachjener Nachricht fünf Übersetzer daran gearbeitet haben, eine Zahl, die imVergleich zu den zweiundsiebzig Übersetzern der Aristeassage sich von vornhereinals historisch empfiehlt. Die Zahl zweiundsiebzig ist offenbar aus der Voraus-setzung von dem Vorhandensein der zwölf Stämme entstanden, von denen jesechs Dolmetscher zum Geschäft der Übersetzung abgeordnet worden sein sollen,damit gewissermaßen das ganze ck->»Ux»PrUov dabei vertreten sei und ihr einenationale Sanktion sichere. Hier zeigt sich die Sage in ihrer ganzen Kraßheit,und der Vers, des Aristeasbriefes war so unbesonnen, oder hat so wenig aufKritik gerechnet, daß er sämtliche 72 Namen aufführt und die 12 Stämme an-gibt, denen die je 6 Dolmetscher angehört hätten. Fünf Übersetzer hingegen, wiesachgemäß! Der aus fünf Büchern bestehende Pentateuch konnte, ja man könntefast sagen, mußte bei Verteilung der Arbeit gerade fünf Übersetzer beschäftigen.Außerdem weist der uns vorliegende Text der I-XX, trotz der vielfachen Ver-unstaltung, auf fünf verschiedene Übersetzer hin. Frankel hat in seiner Schrift(Einfluß der palästinischen Exegese auf die alcxandrinische Hermeneutik S. 228)diesen Punkt durch eine ins Einzelne eingehende Beweisführung zum Abschlußgebracht: daß fünf Männer von verschiedener Begabung und Kenntnis desHebräischen an dem griechischen Pentateuch gearbeitet haben. Endlich ist nichtzu übersehen, daß die Frommen in Palästina nach der ganzen Richtung, die derGeist dort genommen hatte, die Übertragung der Thora allerdings als einNationalunglück betrachten mußten. Und erst später, viel später, als man den

*)M. Josls Ausgleichung, daß diese tadelnde Tradition sich auf eineandere Übersetzung, auf die Aquilas bezöge (Blicke in dis Religionsgeschichte I, 4),hat alles gegen sich. Gerade diese Übersetzung ist von den Gesetzeslehrern ge-lobt worden (j. Megilla 71 L.). Außerdem wird auch dabei k?k.olemnsusgenannt. Dagegen ist in bezug auf die fünf Männer, von welchen Esra(pssnckepiZ'i'npllrm) XIV. spricht, und welche angeblich ausgewählt wurden, umschnell zu schreiben (Text inHilgenfslds LIsosias cknckasornw, p. 180 f.)nicht das geringste gewiß. Von Übersetzern ist da keine Rede.

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