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Geschichte der Juden.
Hody und in jüngster Zeit durch Frankels „Vorstudien zu der I-XX." von dieserFrage hatte, daß es mir unerläßlich wird, sie ausführlich zu erhärten. ZweiPunkte sind es besonders, die im folgenden, wie ich hoffe, bis zu hoher Wahr-scheinlichkeit erwiesen werden sollen: I) daß die Septuaginta wohl auf denWunsch eines Lagiden ins Leben gerufen wurde; 2) daß dieser Lagide abernicht Ptolemäus II. mit dem Beinamen Philadelphus, sondern der VI. mit demBeinamen Philometor war, und daß folglich, die Entstehung der I-XX. nichtdem Anfang des dritten, sondern der Mitte des zweiten Jahrhunderts der vor-christlichen Zeitr. angehört. Ich bin daher genötigt, nach zwei Seiten hin Frontzu machen: einmal gegen die unvertilgbars Annahme, daß Philadelphus derPate der Septuaginta gewesen sei, und dann gegen die von Frankel aufgestellteBehauptung, daß die Septuaginta ein naturwüchsiges Entstehen aus der Ver-dolmetschung der Perikopen in den Synagogen gehabt habe. Nach dieser kurzenEinleitung gehe ich an dis Verteidigung der ersten These: Der Pentateuchist ans den Wunsch eines Lagiden ins Griech is che übersetzt worden.Dafür sprechen folgende Momente:
1) So sehr man auch allen Grund hat, die aristeäische Darstellung von derEntstehung der I-XX. als Fiktion, richtiger als Tendcnzschrift zu betrachten undihr allen historischen Wert abzusprechen, zumal der Aristeasbrief erst um 20d. nachchrist. Zeitr. entstanden sein kann svergl. II und die Bemerkung dazu S. 599s,so mutz ihr doch irgend ein faktischer Kern als Ausgangspunkt gedient haben.Wäre die I-XX nicht gewissermaßen auf höheres Verlangen, sondern allmählichdurch die Arbeit der alexandrinischen Meturgemanim ins Leben getreten, wieFrankel in den Vorstudien behauptet, so wäre schwerlich ein Schriftsteller daraufverfallen, das Hauptfaktum nicht nur zu erfinden, sondern es solchen Lesernvorzuführen, die gerade am besten imstande waren, es als ein Phantasiestück zubeurteilen. Das aramäische Targum des Pentateuch stand bei den Palästinensernund Babyloniern in noch höherem Ansehen als die I-XX, und doch ist es nie-mandem eingefallen, sein Entstehen durch den Pomp eines königlichen Mäcenatszu verherrlichen. Nur die syrischen Christen ließen die in ihrer Kirche kanoni-sierte Peschito fast auf dieselbe Weise durch den König Abgar von Edessa ent-stehen, der sich dazu Übersetzer aus Judäa hätte kommen lassen (Har-Lsdrasu?Israel, zu seinem Rorrsum mspsteriorum und Leliolia zu Ps. X); aber diesesist offenbar eine schlechte Kopie des Aristeasbriefes. Es ist vielmehr wahr-scheinlich, daß der Verfasser des Aristeasbriefes die Sage, die unter den ägyp-tischen Judäern über die griechische Übersetzung zirkulierte, benutzt und vielfachausgeschmückt hat und besonders in Eigennamen, wo ihn die Sage im Sticheließ, erfinderisch verfahren ist.
2) Philo, der zwar im ganzen die Aristeassage vor Augen hatte, hat denbedeutsamen Zusatz, daß die Judäer Ägyptens den Tag, an welchem die Über-setzung vollendet war, noch zu seiner Zeit alljährlich auf der Insel Pharosfestlich zu begehen pflegten (Vita ölosi-? II, 7 öl I, 1400 ssä. 6odu->VsuäI
x. -r. Als einen Gewährsmann Uber Vorkommnisse seiner Zeit wirdman Philo wohl gelten lassen müssen. Wenn also unter den alexandrinischenJudäern die Erinnerung an die Übersetzung so lebendig war, so muß sie wohlan einem bestimmten Tage vollendet oder übergeben worden sein. Wäre sieallmählich aus der synagogalen Verdolmetschung entstanden, so hätte sie weder