Note 2. Die Entstehung der Septuaginta und der Aristeasbrief. 577
Gedenktage läßt sich nicht ermitteln. Zu Herodes' Zeit in seinem 13. Negierungs-jahre war einmal eine lang anhaltende Dürre (Jos. Altert. XV, 9, 1).
31) Zwei Purimtage, 14. —15. Ndar (31). Aus einer Angabe imII. Makkabb. (15, 36) geht hervor, daß diese Tage erst spät gefeiert wurden.Es bemerkt nämlich, daß der Nikanortag, 13. Adar (L. II. d, S. 373) einenTag vor dem Mardochaitage eingesetzt worden sei:
Diese Bemerkung fehlt im I. Makkabb. bei Er-wähnung des Nikanortages (7, 48—49). Daraus läßt sich schließen, daßzur Zeit der Abfassung dieses Buches Purim noch nicht s?s gefeiert wurde; sonstwürde der Vers, desselben diesen Umstand ebensowenig verschwiegen habenwie das zweite Makkabb. Purim ist also erst zwischen der Abfassungszeit desersten und der des zweiten Makkabb. eingeführt worden. Das erste Makkabb. istwahrscheinlich entstanden zur Zeit des Abfalls der hasmonäischen Hohenpriestervom Pharisäertum, weil es auf die treue Erfüllung des Gesetzes der erstenMakkabäer, als auf Musterbilder, hinweist, also wahrscheinlich unter Aristobulober Janna'i Alexander. Auch spricht es von deren Vorgänger Hyrkan I., wievon einem nicht mehr lebenden. Das II. Makkabb. ist jedenfalls vor der Tempelzer-störung verfaßt worden. Man kann also annehmen, daß die Purimfeier erst zwischen100 vor und 70 »ach der chr. Zeit eingesührt wurde. Innerhalb dieser Zeit sindauch die apokryphischen Zusätze zu Esther entstanden. Diese nennen diese Tagezum Schluß oder
I?. Gedenktage der diasporische» Zeit.
32) Der Trajanstag: 12. Adar (29). Vergl. darüber 4. Baud der Ge-schichte, 2. Aust. 445 sg. jjetzt 3. Aust. 4>3 ff.j
33) Das Ende der Hadrianischen Verfolgung: 29. Adar (35). Vergl.darüber das. 185 fg. (jetzt 3. Ausl. S. 17I.j
Dazu noch die zwei folgenden:
34) Das kleine Pascha, 14. Jjar (4).
35) Die Einweihung der Mauern Jerusalems unter Nehemia (o. S. 563).
Soweit die Motivierung der Gedenktage und die Erklärung der Kalender-chronik des Megillat Taanit, die, wie ich mir schmeichle, durchweg sprach- undsitualionsgemäß und durch Belege aus anderweitigen Quellen bestätigt ist. Ichhabe also keinen Anstand genommen, diesen historischen Kalender als vollgiltigeQuelle zu benutzen. Über die Zeit, in welcher die Gedenktage, die früher nurin dem Gedächtnisse des Volkes gelebt haben, gesammelt und niedergeschriebensind, gibt der Talmud selbst Aufschluß. Der Anreger der Sammlung warjener Eleasar ben Anania, der wegen so mancher Taten sich berühmt gemachthat, vergl. Note 26. Die erinnerungsreichen Halbfeiertage sind noch im drittenJahrhundert der christlichen Zeit beobachtet worden, wie sich aus den Kontro-versen j. Taanit II, 13, p. 15 und b. Rosch Ha-Schaua, p. 18 b ff. ergibt.Erst im vierten Jahrhunderte unterschied man die Purim- und Tempelweihe-tage von den übrigen; jene seien für immer zu beobachten, diese aber seienfallen zu lassen.
Entstehung der Septuaginta und der Aristeasbrief.
I. Die Septuaginta.
Meine Ansicht über die Abfassungszeit der sogenannten Septuaginta unddie Veranlassung, der sie ihr Entstehen verdankt, weicht durchgehends so sehrvon der Ausfassung ab, welche man seit Scaliger, Richard Simon, HumphreyEraetz, Geschichte der Juden. III. 37