Druckschrift 
3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
Entstehung
Seite
576
Einzelbild herunterladen
 

576

Geschichte der Juden.

ist im Talmud angegeben, und das Scholion hat es ausgenommen, aberungeschickter Weise svgl. hierzu meine Darlegungen in der M. S. XXV,S. 410 ff und XXVI, S. 14 lffj mit einer anderen Begebenheit in Zusammen-hang gebracht. In einem Atem erzählt es: während der griechischen Zwing-herrschaft sei den Judäern die fremde Rechtspraxis aufgezwungsn worden, unddie Sadduzäer hätten ein verschiedenes Erbrecht eingeführt, und wegen dessensei der Gedenktag eingesetzt worden: 2'piiriv v'iri 'via 221 ,11 p> nwbllbnieo 'via 2-ai uni nw i' .naavai . . . vim 2'i2m. Undenkbar

ist es überhaupt, daß wegen des Sieges über die Sadduzäer bezüglich desErbrechtes für einen selten eintretenden Fall ein Gedenktag in Gebrauch ge-kommen sein sollte. Indessen der Ausdruck navii nian,wir sind zu unseremGesetze zurückgekehrt", deutet ein anderes Moment an. Es liegt zunächstdarin, daß die Begebenheit, welche dem Tage zu Grunde lag, den Diaskeuastennoch erinnerlich war, und daß es sich um die Restitution der eigenen Ge-richtsbarkeit handelte. Nun war unter der Herrschaft der römischen Pro-kuratoren den judäischen Gerichten die peinliche Gerichtsbarkeit entzogen; diesewurde ihnen restituiert während Agrippas I. Negierungszeit (40 44 ) und nachdem Ausbruch der Revolution. Auf das eine oder andere Faktum bezieht sichwohl dieser Gedenktag (Anders, aber kaum richtig, Dalman a. a. O. S. 33 s-

L. Chronologisch ungewisse Gedenktage.

29 ) Das wunderbare Eintreffen des Regens nach langer Dürre, 26 .Adar ( 34 ).

Der jerusalemische Talmud (Raauit III, p. 66 L) und das Scholion bringendiesen Gedenktag mit der Geschichte von Choni Ha-Meaggel in Verbindung,welcher um Regen gebetet habe, und dessen Gebet erhört worden sei. (Jerus): nvxvp.ii rinn niuLi nop P22 .i'a piwpa : so -am .... 'vria. Die Tatsache

wird durch Josephus Iielation bestätigt (Altert. XIV, 2 , I): -!« rrv«

Da dieser Onias während ver Belagerung Jerusalems im Bruder-kriege umgebracht wurde (das.), so kann dieses Faktum und die Einsetzungdes Gedenktages dafür im Beginne der Regierung Hyrkanos II. stattgefundenhaben. Denn während Alexandras Negierung soll große Fruchtbarkeit ge-herrscht haben. Daß man bei Eintreffen des Regens nach der Dürre den Tagfeiertägig begangen hat, ergibt sich aus dem folgenden.

30 ) Zwei Gedenktage zur Erinnerung an öffentliche Bittgänge um Regen,8 und 9 . Adar s 28 ). Bei diesen Gedenktagen ist nicht einmal im Scholiondas Motiv angegeben, ob das Gebet erhört worden ist. Dieses findet es nurausfallend, daß zwei Tage bintsreinander die Posaunen zur Begleitung desGebetes um Regen ertönt haben sollen, und gleicht es dahin aus, daß die zweiTage zu verschiedenen Zeiten eingesetzt worden seien, mab pemia ip>inn 2.11rnrm N-V2 nrn II ,iae>2> PV81 nim ?'va:a Ip'iri.i. Jedenfalls setzen die Gedenktagsdas Eintreffen des Regens voraus. Denn es war Brauch, den Tag, anwelchem Gebet um Regen mit Posaunenschall und Trauer angestellt wordenwar, falls Regen sofort eintrat, seiertägig zu begehen (llaanil III. 8 ).212 21' IL'PI INL'1 li>28> 188 P°>i2 "1 2>ib 128 . . . 2'2!ra all lll'l ilba N'v-n 1i»L- .IL'PQErfolgte der Regen nach angestelltem Bittgang unter frappanten Umständen, dannmag der Tag alljährlich festtägig begangen worden sein. Erzählt wird, daß währenddes Tempelbestandes auf dem Tempelberge einmal oder mehrercmal solche Bitt-gänge um Regen veranstaltet worden sind (das. II, 5 ). Die Zeit für diese beiden