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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

worden seien, bedeuten nichts anderes als Zöllner - pubiieani.

Dann spricht die ganz bestimmte Nachricht des Josephus dafür, daß imersten Stadium des Aufstandes gegen die Römer die Steuerzahlungen ein-gestellt worden sind. Der König Agrippa machte dem Volke deswegen Vor-würfe und hielt diesen Akt mit Recht für den Abfall von Rom: Ttzz-rr

?,<>§->,> (jüd. Krieg II, 16, 5). Sogar die Zeit der Steuerverweigerung läßrsich annäherungsweise ermitteln; sie fällt zwischen den Tag nach Florus' Ab-zug, 16. oder 17. Jjar, und die Zeit, in welcher Agrippa das Volk zur Unter-werfung aufgefordert hat. Dieses letztere geschah noch vor dem beginnendenParteikampfe in Jerusalem, also vor dem Monat Ab (vergl. Josephus das. 17, 5),mithin ist die Steuerzahlung zwischen den Monaten Jjar und Ab eingestelltworden, und zwar näher zu Jjar als zu Nb; denn nach Agrippas Abzugbegann das Einstellen des Opfers für den Kaiser, die Absendung von Abge-ordneten an Florus und Agrippa, und der Einzug der Truppen (Josephusdas. 17, 2 4). So dürfte das Datum des 25. Siwan für die Vertreibungder Zöllner seine volle Richtigkeit haben. Der Talmud gibt zu diesem Tageeine Motivierung, die nichts weniger als zutreffend ist (Sanhedrin 91b) undauch in das Scholion übergegangen ist. Das Wort >uwm'i, auf welches hieram meisten Gewicht zu legen ist, bleibt dabei ganz unerklärt; Raschis Er-klärung durch Prozeßsüchtige ist ganz ungerechtfertigt. Der Midrasch zu

Genesis o. 61 hat übrigens dieselbe Relation mit einigen Varianten, ohne siejedoch mit der Vertreibung der Demosnai in Zusammenhang zu bringen-sHerzfeld (a. a. O. I, 468) möchte hier vielleicht mit größerem Recht an dieEntfernung der fremden Steuerpächter zur Zeit des Tobiaden Joseph denken.Dagegen ist die Beziehung Dalmans (a. a. O. S. 33) auf I. Makk. 13, 39wenig einleuchtend.).

25) Vertreibung der Römer aus Judäa und Jerusalem, 17. Elul (14).Dieser Gedenktag hat den Kritikern viel zu schaffen gemacht und die wunder-lichsten Erklärungen zutage gefördert, und doch sagt er nichts anderes, alswas der Wortlaut bedeutet: die Vertreibung der Römer aus Jerusalem.Am 6. Elul (Oorpiaios) streckten die Truppen Agrippas die Waffen vorden Zelotenführern Eleasar ben Anania und Menahem; die römische Be-satzung unter Metilius setzte den Kampf noch einige Zeit fort wie lange,gibt die Quelle nicht an bis auch sie gezwungen war, sich auf Gnadeund Ungnade zu ergeben (Josephus, jüd. Kr. II, 17, 8 bis 10). Am 17. Elulwar also in Jerusalem und dem eigentlichen Judäa kein Römer zu erblicken.Diesem hochwichtigen Ereignis ist der Gedenktag gewidmet. Die konfuse,sich selbst widersprechende Motivierung des Scholiasten verdient keine Aus-einandersetzung.

2627) Aus der römischen Zeit scheinen noch zwei Gedenktage zu stammen,nämlich der 16. Adar zur Erinnerung an den Beginn des Baues der MauernJerusalems (32) und der 7. Elul (13) zur Erinnerung an die Einweihung der-selben. Diese Gedenktage müssen sich durchaus auf eine Zeit beziehen, in welcherder Aufbau der Mauern für so denkwürdig und wichtig galt, daß diesen Gedenk-tagen eine höhere Bedeutung durch das Unterlassen von öffentlicher Trauer beige-legt wurde. Bei beiden heißt es 10028 uii. Es ist bereits oben (S. 563)angegeben, daß das Scholion, entweder von der Tradition geleitet, oder mitrichtigem Takt den Bau der Mauern in Verbindung mit der ErweiterungJerusalems bringt.