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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
Entstehung
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Wo len.

i.

Die Fastrnrolle oder das 2lexi1Int-In anit als authentischeGeschichtsquellc.

Geschichtskundige haben es oft bedauert, daß wir für die makkabäische undnachmakkabäische Zeit nur auf das erste und zweite Makkabäerbuch und aufJosephus angewiesen sind und keine anderweitige Quelle besitzen, die von diesenberichteten Tatsachen durch Vergleichung zu prüfen. Noch mehr, man kanneigentlich nur von einer einzigen Quelle sprechen; denn so weit das I. Makka-bäerbuch reicht, kopiert es Josephus in den Altertümern, ohne wesentlich Neueshinzuzufügen, und erst mit Simons Tod beginnt seine Selbständigkeit.Man gewahrt ferner nicht bloß in Josephus' Altertümern, sondern auch imI. Makkabäerbuche, daß ihnen ältere Urkunden zu Grunde liegen. Durchwelches Medium sind diese Urkunden gegangen? Sind sie unverfälscht wieder-gegeben? Stehen wir auf sicherem Boden, wenn wir uns diesen Quellen an-vertrauen? So lange die Gewißheit der Tatsachen nur auf diesem einzigenZeugen beruht, beschleicht den Forscher hin und wieder der Argwohn, ob derTatbestand und die pragmatische Verknüpfung nicht am Ende die Spiegelungder Subjektivität ist, der die Basis des Faktischen fehlt. Dazu kommt nochein anderes Bedenken. Das Parteiwesen spielt bekanntlich in der nachmakka-bäischen Zeit eine durchgreifende Rolle. Es stehen sich gegenüber Aßidäer undHellenisten, Pharisäer und Sadduzäer, Nationale und Herodianer, Zeloten undRömlinge. Ist die Darstellung, wenn auch nicht sagenhaften Ursprunges, sodoch vielleicht entstellt, ein Reflex der Parteianschauung? Und selbst wennman sich solcher Bedenklichkeiten entschlüge, wäre es nicht wünschenswert, nebender einen Geschichtsquelle eine andere zu besitzen, welche als Korrektiv dienenkönnte? Glücklicherweise besitzen wir in der Fastenchronik LlsAillat-la'anit^) eine andere von der Hauptquelle unabhängige Quelle, welche sichauf die Hauptbegebenheiten dieses Zeitraumes erstreckt, alle Zweifel nieder-schlägt und noch dazu eine bessere Einsicht in den inneren Gang der Ereignissegewährt. So wichtig das LIsZstllat-Dakmit aber für die Geschichte dieserZeit ist, so hat es doch im ganzen noch nicht die rechte Würdigung gefunden,weil es noch nicht hinlänglich geprüft ist. Im folgenden soll nachgewiesen werdenwelche reiche Ausbeute für die Geschichte diese vernachlässigte Chronik liefert").

i) Im babylonischen Texte der Uissüna-Daauit 11,8 lautet der Titelim jerusalemischen dagegen kurzweg Es war nächst der

heiligen Schrift die einzige niedergeschriebene Quelle in der talmudischen Zeit.Vergl. Erubin 62 d: nru.m na-noa rmpn pw.

") Mein Urteil über Bedeutung, historische Verwertbarkeit und kritischeSichtung des LI. D. hat so viel Anklang gefunden und ist durch Derenburgssssai sur I'stistoirs st 1a. ZsoArapIiis cis la kaiestius so verbreitet und allgemeinakzeptiert worden, daß ich mich überhoben fühlen könnte, diese Note in derneuen Auslage abzudrucken. Um aber nicht in den Verdacht zu geraten, daßich mich mit fremden Federn schmücke, mutz ich meine Priorität wahren.