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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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555
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Justus von Liberias und Flavius Josephus. 555

das Ende der zelotischen Bewegung, die einen großen Teil der Juden-schaft im römischen Reiche schmerzlich durchzuckt hat. Der Zeloten-aufstand in Judäa scheiterte durch Verrat der Römlinge, durch dieUneinigkeit unter den Führern und deren Unbesonnenheit, die zwareine Revolution hervorzurufen, nicht aber sie znm Ziele zu führenverstanden. Am glücklichsten waren noch die Zeloten, die nach Nord-arabien in die Gegend von Jathrib (Medina) entkommen waren. Esgelang ihnen, sich dort ein eigenes Gemeinwesen zu gründen und bisins siebente Jahrhundert zu behaupten. Sie haben unter andern Ver-hältnissen eine nicht geringe Rolle gespielt.

Der hartnäckige Krieg gegen die Römer hat in der römischenWelt ein solches Aufsehen erregt, daß sich einige Schriftsteller angeregtfühlten, ihn zu beschreiben. Daß die heidnischen Schriftsteller dabeiparteiisch zu Werke gingen und aus Schmeichelei gegen die Sieger dieHeldentaten der Judäer zu verkleinern suchten, ist nicht befremdlich.Diese Parteilichkeit empörte aber Josephus, so sehr er auch Römlingwar; der Rest seines patriotischen Gefühls konnte es nicht ertragen,seine Nation der Feigheit beschuldigt zu sehen. Er sammelte daherseine Erlebnisse und Erinnerungen und beschrieb den judäischen Kriegmit den vorangegangcnen Veranlassungen in sieben Büchern (um 75bis 79). Aber auch seine Darstellung konnte nicht unparteiisch aus-fallen, er selbst war zu tief dabei interessiert, er hatte darin als gali-läischer Statthalter eine nicht ganz saubere Rolle gespielt und standunter dem Einflüsse des Kaiserhauses, der ihn befangen machte. Erlegte seine Geschichte den Kaisern vor, und Titus gab ihm die Er-laubnis zu ihrer Veröffentlichung; sie war also darauf angelegt, vonihnen gelesen und gutgeheißen zu werden*). Justus von Liberiashatte aber bereits einige Jahre vorher eine Geschichte des judäischenKrieges verfaßt (um 73), worin er Josephus als einen Römerfeindanklagte, ihm Schuld an dem Aufstande in Galiläa gab und auch seineangebliche Abkunft von der hasmonäischen Familie Lügen strafte2).Die beiden Führer der feindlichen Parteien setzten nach Beendigungdes Waffenkrieges einen Federkrieg fort. Justus war gerade auch keinTugendmuster. Nachdem er in Galiläa die Revolution geleitet undeinen Rachezug gegen die benachbarten Griechen angeführt hatte

*) Vita 65; contra, ^xionsm I, 9.

Das. Der Hauptanklagepunkt, den Josephus nicht verschmerzen zu könnenschien, lautet sscl. Niese Z 340): »l'rror rk xnl . . .

Tryv? .... aräükm? und dann weiter: Ovx kr« roli-vi- «lrro? . .

«-.4« . . (das. Z 352). Auch die ausführliche Aufzählung seiner Genealogie mitder Abfertigung rok? das. 1 sA 6 bi.)

ist wohl gegen Justus gerichtet.