Drr Fall von Machärus und Masada. 549
dieses Häuflein jndäischer Kämpfer hatte den Römern vier volle Jahrezu schaffen gemacht. Sollten diese da nicht einen glänzenden Triumphbegehen? Vespasian konnte nach Unterbrechung etwa eines Jahr-hunderts abermals den Janustempel schließen; er ließ einen Friedens-tempel bauen. So groß war die Freude über die Besiegung Judäas,daß mehrere Jahre hindurch Denkmünzen aus Gold, Silber und Erzzum Andenken daran geprägt wurden. Diese Münzen stellen das un-glückliche Judäa im Bilde eines zerknirschten Weibes unter einemPalmbaum in Stellungen der Verzweiflung dar, bald auf der Erde; sitzend, bald stehend mit gebundenen Händen. Manche derselben tragent noch das Bild eines judäischen Kriegers mit seinem Schilde und mitgefesselten Händen. Die Inschrift auf diesen Münzen lautet stets„das besiegte" oder „das gefangene Judäa" (llucknsu cksvicta,ckuclnsn onpta, b«z<o-!uiuxfl. Später wurde ein Triumphbogen
^ für Titus erbaut, auf welchem noch heute die erbeuteten Tempelgefäßezu sehen sind (H.roo 6i Tito). Die römischen Judäer sollen laugeZeit, um diesen Bogen nicht sehen zu müssen, lieber einen Um-i weg gemacht haben. Den Siegesnamen llucläus mochten indessen Ves-pasian und Titus nicht annehmen, weil dieser Name schon damals! eine unliebsame Nebenbedeutung hatte^). Die Tempelbeute blieb lange! Zeit in Rom im Friedenstempel und die Gesetzrolle im kaiserlichen
Palastes. Von hier aus wurden diese Überbleibsel des judäischen^ Heiligtums später, als Rom für seine schweren Sünden büßte, inl andere Länder verschleppt.
Noch war indessen Judäa nicht vollständig unterworfen, dreiFestungen hatten sich noch behauptet: Herodium, Machärus und
Masada. Der Landpfleger Baffus, den Vespasian nach Judäaj sandte, hatte den Auftrag, sie zu erobern^). Die Besatzung von
Herodium, aus Simons Parteigängern und Jdnmäern bestehend, er-gab sich bei der ersten Aufforderung^). Schwerer fiel es Baffus,
des arnisse etrnuZsrs8. Honneur äono aux illn8tre8 inartz'i'8 än xatrio-tisins .snäa'rgus; car ils out xaxs äs Isnr snnA Is äroit äs traiminsttrs älenr äseeenäanes ls 8ouvenir äs ln xln8 bslts rs8istanos gni ait sainai8^ eie t'aits xar le8 tuibles eoutre 1e8 Irorrsnr8 äs In eongnets. (äs Lautes,Is8 äsrnisrs sonro äs äeru8alsin, zu 437.) So ein französischer General.Hermann Schiller dagegen hat in seiner Geschichte der römischen Kaiser keinWort der Anerkennung für den erstaunlichen Heroismus der judäischen Krieger.
fl Die zahlreichen Münzen dieser Gattung sind zusaminengestcllt bei Zlaääen,servier soinuAS, 183 ff. Vgl. dess. tlis international nuini8inata orientalia II.p. 207 ff. sund Schürer Ist S. 638, Anm. 128).
'fl Ilio Ou88iu8 66, 7.fl Josephus jüd. Krieg VII, 5, 7.fl Das. 6, I. fl Das. 6, ,.