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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

Meister von Machärus zu werden. Diese von Alexander Januarangelegte und von Herodes gegen die Nabatäer verstärkte Bergfestungwar von allen Seiten durch tiefe und breite Schluchten und steileZugänge uneinnehmbar. Die judäische Besatzung war mit Mund-vorrat und Wasser versehen, welches Felsenguellen reichlich spendeten.Aus einer Höhle flössen zwei Wasserstrahlen, ein kalter und ein warmer.Die judäischen Zeloten fühlten sich unter einem tapfern JünglingEleasar durch die natürliche und künstliche Befestigung so stark, daßsie Ausfälle gegen die belagernden Römer machten und ihre Werkezerstörten. Aber eines Tages, als Eleasar, von einem Ausfall sich zu-rückziehend, in der Nähe des Feindes trotzig stehen blieb, wurde ervon einem Römer ergriffen und gefesselt. Bassus ließ ihn folternund machte Miene ihn zu kreuzigen. Von diesem Anblicke wurdendie Belagerten so gerührt, daß sie ihre Unterwerfung zusagteu, wennihr Anführer verschont würde. So hatte eine UnvorsichtigkeitMachärus in die Gewalt der Römer gebracht. Bassus hielt zwargegen diejenigen Wort, mit denen er kapituliert hatte; von der Be-völkerung aber, die an einem tiefer gelegenen Teile des Berges wohnteund in den Vertrag nicht mit eingeschlossen war, ließ er 170 Männerund Jünglinge über die Klinge springen, Frauen und Kinder in dieSklaverei verkaufen.

Dreitausend Zeloten, die unter dem Anführer Juda bcn Jair,der, glücklicher als bar Giora, einen unterirdischen Ausgang gefundenhatte, in einem Walde in der Nähe des Jordans ihren Schlupfwinkelhatten und zu den Flüchtlinge» aus Machärus gestoßen waren, wurdenvon den Römern umzingelt und nach heißem Kampfe niedergemacht Z.Masada einzunehmen verhinderte Bassus der Tod; sein NachfolgerSilva übernahm die schwere Aufgabe. Diese von dem MakkabäerJonathan angelegte und ebenfalls von Herodes widerstandsfähig ge-machte Bergfestung am toten Meere war womöglich noch unzugäng-licher als Machärus. Der steile Fels, auf dem sie gebaut war, hattenur zwei Steigen, die nur mit Gefahr betreten werden konnten. DieBesatzung, aus tausend Zeloten mit Weibern und Kindern bestehend,welche Eleasar den Jair, ein Nachkomme des Zelotenstifters Juda,befehligte, hatte Überfluß an Mundvorrat, Wasser und Waffen. Auchkämpfte sie mit dem dieser Truppe eigenen Todesmute. Aber dierömische Belagerungskunst erschütterte eine Mauer; die andere Holz-mauer, welche die Besatzung gebaut hatte, geriet in Brand durch diebrennbaren Stoffe, welche die Römer hineingeschleudert hatten. DieHoffnungslosigkeit, mit so geringer Mannschaft Widerstand zu leisten,

1 Über Juda b. Jair s. Jos. jüd. Kr. VII, 6, 5.