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Geschichte der Juden.
plötzlich aus der Erde au der ehemaligen Tempelstätte hervor undsetzte die römische Schildwache durch seine ungewöhnliche Erscheinungin Schrecken. Als sie sich von ihrer Überraschung erholt hatte undihn fragte, wer er sei, antwortete er ihr: „Führt mich zu euremHauptmanu." Als dieser, Rufus, herbeigerufen war, sprach derZelotenführer: „Ich bin Simon bar Giora" und wurde sofort in
Fesseln geschlagen^). Er kannte das Loos, das ihn erwartete undsah ihm ruhig entgegen. Was aus dem dritten Zelotenführer Eleasarbeu Simon geworden ist, ist nicht bekannt, wahrscheinlich hat er seineHeldenseele in der Schlacht ausgehaucht, und der hämische Geschichts-schreiber gönnte ihm die Unsterblichkeit nicht. Diese beiden Helden,Johannes und bar Giora, sollten auch Titus' Einzug in Rom ver-herrlichen.
Der Vater mit den zwei Söhnen Titus und Domitian feierteden Triumph über Judäa. Vor ihnen her wurden die Tempelgefäße,der goldene Leuchter, der goldene Tisch und eine Gesctzrolle, wahr-scheinlich die im Tempel erbeutete, getragen und die Gefangenen inFesseln geführt. Zugleich wurden Abbildungen der Schlachten und derZerstörung der schaulustigen Menge gezeigt. Simon bar Giora wurdeau einem Stricke durch die Straßen geschleift und endlich nachrömischem Brauch, der ein Menschenopfer verlangte, vom tarpejischenFelsen geschleudert. Johannes von Gischala starb im Kerker^).Tiberius Alexander, der eigentliche Sieger über seine Stammesgenossen,machte den Triumph mit und erhielt eine Statue auf dem ForumRoms^). Josephus war nur Zuschauer desselben. Dieser großartigeTriumph, wie ihn Rom schon lange nicht gesehen hatte, bezeichnete diegroße Freude am Siege über Judäa. Denn einen so hartnäckigenFeind hatten die römischen Legionen schon lange nicht bekämpft.Während Titus Jerusalem belagerte, hatten die Gallier, Germanen undBataver ebenfalls einen Aufstand gegen die Römer versucht und fürihre Freiheit kämpfen wollen. Aber das Erscheinen eines römischenFührers und Doniitians auf den Sammelplätzen des Aufstandes ge-nügte, um diese für kriegerisch gehaltenen Völker zu zerstreuen^). Und
r) Jüd. Kr. VII, 2, 2. °) Das. S, 4 — 6.
3) Folgt aus Juvenal 8at. I, 124—131, vergl. Note 4.
Das. 7, 2. Daeitns bist. 4, 54 ff. Das Urteil eines Generals, wie desHerrn de Sanlcy, über die Heldentaten der Judäer verdient gegenüber denwegwerfenden Urteilen von Federhelden, welche den Judäern anch in derVergangenheit den Heldenmut mißgönnen, besonders hervorgehoben zu weiden,„.lamais eu anonn tsinxs«, sagt er, „Nation n'a tont sonllert, et ns s'est )etee sibravsinent et tonte sutiers sntrs Iss bras äs ia mort, ponr eebaxperan xlns poiKuant äes inaibsnrs, a l'snvabisseinent pur Ia tores brutale