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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Der Triumph in Rom über Judäa.

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Als daher Titus sich dieser Stadt näherte, ging ihm die ganzeBevölkerung entgegen, und unter Schmeichelreden verlangte sie nichtsweniger als die Ausweisung der Jndäer aus ihrer Mitte. Da erdarauf keine Antwort erteilte, sondern ohne Aufenthalt weiter zog, umdie Huldigung des Partherkönigs entgegenzunehmen, schwebten dieJndäer in peinlicher Angst. Auf seiner Rückkehr bestürmten ihn aber-mals Rat und Volk um die Verbannung der Jndäer ans Antiochien. Daantwortete Titus, es wäre eine Ungerechtigkeit, sie anszuweisen, da siekein Vaterland mehr hätten, das sie aufiiehmen könnte. Nicht einmaldie Bitte, den Judäern mindestens die Gleichstellung zu entziehen unddie ehernen Tafeln zerbrechen zu lassen, worin deren Gerechtsameeingetragen waren, bewilligte erst. Diese für die Jndäer so günstigeStimmung wird ihm seine Liebe zu Berenice eingeflößt haben. Auchdie Alexandriner bestürmten Titus vergebens, den unter ihnen wohnendenJudäern ihre Freiheit und Gleichstellung zu nehmenst.

In Ägypten betrug sich Titus wie ein selbständiger Herrscherund setzte sich an einem Apisfeste eine Krone auf, und da die zur Zer-störung Jerusalems gebrauchten Legionen ihn fast mit Drohungen ge-drängt hatten, bei ihnen zu bleiben, so war die Meinung verbreitet,er ginge damit um, den Kaisermantel an sich zu reißen und seinenVater zu entthronen. Vespasian zitterte. Aber plötzlich traf Titus inRom ein und sprach zur Beruhigung:Ich bin da, Vater, bin da!"st.Er verlor nichts dabei; denn er war tatsächlich der Herrscher und galtals Vormund des alternden Kaisersst. War er doch ebenfalls vonden Legionen zum Imperator ausgernfen worden. Er führte daherdiesen Titel neben seinem Vater. In Rom sollte bei seinem Einzugeein Triumph über Judäa gefeiert werden. Zu diesem Zwecke wurdensiebenhundert judäische Gefangene von schönem Schlage und auch diebeiden Zelotenführer Johannes von Gischala und Simon bar Gioravoransgeschicktst. Der erstere, kränklich und vor Hunger verschmachtet,hatte sich mit seinen Brüdern den Römern ergeben"), Simon aberhatte sich mit einigen Trabanten in die unterirdischen Gänge Jeru-salems begeben, und hoffte, mit Werkzeugen versehen, sich einen Aus-weg ins Freie zu bahnen, um an einem andern Orte die Römer zubefehden. Aber die Zeloten stießen an einen harten Felsen, an demihre Anstrengung scheiterte. Die knappen Nahrungsmittel gingenihnen ans, und so entschloß sich bar Giora als Held zu sterben. Inein weißes Unterkleid und in einen Purpnrmantel gehüllt, trat er

1) Jos. jüd. Kr. VII, 5, 1. Altert. XII, 3, 2. st Altert, das.

2) 8nstou, lllitns 6. st Das. st Josephus jüd. Kr. VII, 5, 3.

st Das. VI, 9, 4.

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