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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

Der hohläugige Tod trieb endlich viele dazu, zu den Römern über-zugeheu, wo sie aber eine neue Todesart erwartete. Die Römer hattenbald bemerkt, daß die Überläufer Goldstücke verschlungen hatten, zurFristung ihres kärglichen Lebens in der Gefangenschaft. Da schlitztensie ihnen kannibalisch den Leib auf und suchten nach den verborgenenGoldstücken'). Infolgedessen wurde ein Gesetz erlassen, Goldmünzennicht zu verschlingen ^). Bei der Zunahme der Überläufer waren dieZeloten um so strenger gegen die Verdächtigen; sie verlangten, daßjedermann ans der Höhe der Vaterlandsliebe stehen und dem Todemutig ins Auge schauen sollte. Eine Verschwörung einiger Hauptlenteaus bar Gioras Heere, die zum Feinde übergehen wollten, entdeckte derFührer und bestrafte die Schuldigen ohne Schonung^). Auch Matthiaben Theophilos, der abgesetzte Hohepriester, der mit andern ansdem priesterlichen Adel Simon bar Giora nach Jerusalem berufenhatte, erlitt die Strafe für sein verräterisches Spiel. Er wurde mitdreien seiner Söhne auf bar Gioras Befehl im Anblick der Römerenthauptet und mit ihnen zugleich zwei andere Adlige und fünfzehnans dem Volkes. Nicht aus Lust am Morden sind diese hingerichtetworden, sondern wegen erwiesenen oder mit guten Gründen vermutetenVerrates. Denn weder die Zeloten noch Johannes noch bar Gioravergriffen sich an Josephns' Eltern, obwohl sie Grund genug hatten,gegen diese offenen Parteigänger der Römer erbittert zu sein. DieMutter blieb ganz und gar unbehelligt, der Vater, Matthia, wurdenur in Gewahrsam gehalten, und es durfte niemand mit ihm ver-kehren, aus Furcht vor Verräterei ^). Wären die Führer inJerusalem so blutdürstig gewesen, wie sie Josephns nicht müde wirdzu schildern, so hätten sie dessen Eltern am wenigsten verschont.

So streng aber auch die Wachsamkeit der Zeloten war, so konntensie doch nicht jeder List, deren sich die Verräter bedienten, begegnen.Die verkappten Römerfreunde in der Stadt steckten beschriebene Zettelin die Pfeile, die sie in das römische Lager abschossen, und gabendurch dieses Mittel dem Feinde von allem Kunde, was in JerusalemvorgingO).

Die Zeloten aller Parteien ermüdeten indessen nicht, trotz Hungers-not und Verrat, den Römern die Arbeit zu erschweren, so daß esihnen erst nach 21 Tagen gelang, unter hartnäckigen Kämpfen einenneuen Damm gegen die Antonia aufzuwerfen. Ein Ausfall des Jo-

*) Jos. jüd. Kr. V, 13, 45.

") sposspbta, dittin IV, 4: nur-; n;:o u-u n>"ra anr >n;i

°) Jos. das. 13, 2. --) Das. ,3, I. Vergl. o. S. 522 Note.

Das. 13, 1 und 3. °) Vergl. Note 27.