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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Blutige Strenge gegen Verräter und Überläufer.

dern Werke in Brand, ungeachtet der Geschosse, die auf sie nieder-hagelten st. Mit der nahen Gefahr stieg auch der Mut der Belagerten.Alle Überredungskünste, die namentlich Josephus, von Titus dazu be-nutzt, anwandte, fruchteten nichts. Es blieb ihnen auch kein andererAusweg als Sieg oder Tod. Denn was sie von den Römern zu er-warten hatten, zeigte sich sogleich beim Beginn der Belagerung. DieGefangenen, auch diejenigen, welche sich geflissentlich fangen ließen,um der eingetretenen Hungersnot zu entfliehen, ließ Titus,die Wonnedes Menschengeschlechtes", zuweilen 500 an einem Tage, ans Kreuzschlagen, um den hartnäckigen Verteidigern die Aussicht zu eröffnenauf das, was ihnen bevorstand. Es mangelte an Platz für die Kreuzeund an Kreuzen für die Schlachtopfer. Zuweilen schickte er sie mitabgehanenen Händen in die Stadt zurückst.

Titus mußte auf die Hoffnung verzichten, den Krieg schnell zubeendigen und richtete sich daher auf eine langwierige Belagerung ein.Die Hungersnot sollte seine Buudesgenossiu werden. Um den Be-lagerten die heimlichen Ausgänge aus der Stadt zu verrammeln, ließer um die ganze Stadt einen Wall ziehen, der fast 7 Kilometer imUmfange hatte 3). Alle Gärten und Felder um Jerusalem wurdenzerstört und die ganze Umgegend, mehr als 15 Kilometer in derRunde, einer Einöde gleich gemacht. Die Lebensmittel schwanden beider Überfüllnug an Menschen mit jedem Tage mehr, und da dieSchleichwege, die benutzt wurden, um von außen Nahrung, wenn auchmit Lebensgefahr, herbeizuschaffen, abgeschnitten waren, so stellte sichder wütendste Hunger ein und raffte seine Opfer massenhaft hin. Erergriff zuerst die ärmern Klassen, deren geringe Vorräte bald aufge-zehrt waren. Der Hunger machte das Mitleid verstummen und er-stickte das Vater- und Muttergefühl. Die Häuser und Straßen fülltensich mit Leichen, die nicht einmal von ihren Verwandten zu Grabegebracht wurden, sie mußten auf öffentliche Kosten weggeschafft werden.Die Lebenden schlichen mit aufgedunsenen Leibern wie Gespenster um-her. Empörend ist Josephus' heuchlerisch-fromme Entrüstung darüber,daß Johannes von Gischala die im Tempel für die Opfer aufbewahrtenWein- und Ölvorräte unter seine Leute verteiltest, als wenn es nichtselbst nach dem Gesetze gestattet wäre, sich auf diese Weise vor Hungers-not zu schützen.

i) Jos. jüd. Kr. V, It, 45. Von der Tollkühnheit des letzten, hat sichin der kesillta Itabbatl Mo. 29 30, eck. t?rieckm. p. 139 b tz.) eine Sageerhalten. Er wird '.i'w, ^ .npwn, lies: genannt, von der Fackel, womit

er die Maschine angezündet; vergl. Giidemann in der Monatsschr. 1880, 132 ff.-) Jos. das. 11, I. st Das. 12, 2. st Das. 13, 6.