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Geschichte der Juden.
bestehen haben würden. Es gelang ihnen jedoch, auf drei Seiten Lageraufzuschlagen und die Maschinen gegen die äußerste Mauer zu richten.Die Arbeiten zur Belagerung begannen gerade am Passahtage (Märzoder April 70*), weil Titus glauben mochte, die Jndäer würden sieaus religiösen Rücksichten nicht stören. Die Belagerungsmaschinenwurden auf hohen Erdwällen und Plattformen errichtet, die bis zurHöhe der Mauer aufgeworfen wurden. Von hier warfen die FeindePfeile, Schleudern, schwere Holzstücke und Steine auf die Verteidigerder Mauer und in die Stadt; Sturmböcke und eiserne Widder arbeitetenan drei Stellen gegen die Mauer, um sie zu erschüttern. Sobaldaber die Römer die Maschinen aufgestellt hatten, stürzten sich dieJndäer wie Dämonen aus der Stadt und zerstörten sie, vertriebendie Arbeiter und zogen sich, nachdem sie Schrecken und Verwirrungunter den Feinden verbreitet hatten, wieder hinter die Mauer zurück^).Nicht bloß die Zeloten, sondern Alle, die nur Waffen tragen konnten,beteiligten sich an den Kämpfen; selbst Frauen zeigten den Männerngleich eine beispiellose Todesverachtung ^). Die Belagerten warfenFelsblöcke auf die Feinde oder gossen siedendes Öl auf ihre Köpfe;nach und nach lernten sie mit schwerem Geschütz umgehen und kehrtendie erbeuteten Geschosse gegen deren ehemalige Eigentümer. Indessenbesserten die Römer die Schäden stets wieder aus und zwangen dieBelagerten nach fünfzehntägiger Arbeit die äußerste Mauer zu ver-lassen (7. Ijur, Mai)*). Daun begann ein hitziger Kampf um dieZwischenmauer, welche die Verteidiger hinter der ersten aufgerichtethatten. Als die Römer sie schon eingenommen glaubten, vertriebensie die Judäer wieder. Erst nach mehreren Tagen gelang es denRömern, Meister derselben, und damit auch der Vorstadt Bezetha, zuwerden 5).
Die Kämpfe hatten damit noch lange kein Ende und wiederholtensich täglich mit neuer Erbitterung. Nach siebzehntägigen Anstrengungenhatten die Römer vier Dämme gegen die Antonia und die zweiteMauer errichtet und gedachten mit der Erschütterung derselben vorzugehen.Da stürzte Johannes mit seiner Schar durch einen unterirdischen Gangherbei und zündete die Werke gegen die Antonia an. Zwei Tagespäter steckten drei mutige Männer von bar Gioras Partei, Tephtai,Megassar und der Adiabener Chagira, Sohn des Nabatai, die an-
Jos. jüd. Kr. V, l3, 7. °) Das. V, 6 , 2 sf.
b) Daeirus bistorias 5, 13. Davon erzählt Josephus nichts, denn es lagin seinem Plane, die Bevölkerung Jerusalems als friedlich gesinnt darzustellen,und den hartnäckigen Widerstand auf die Zeloten und „Räuber" zu schieben.
*) Jos. jüd. Kr. V, 7, 2. Jgs. das. ^ 7 , g — 4 . z, 1 f.