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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Die Belagerung Jerusalems. 533

mehr befestigt und gegen die Stöße der Belagerungsmaschinen wider-standsfähig gemacht.

Endlich zog Titus das römische Heer von allen Seiten zusammenund lagerte bei Skopos (2opllim, 7 Stadien, 1300 Meter, nördlichvon Jerusalem). Ehe er zur Belagerung Jerusalems schritt, ließ erdie Einwohner anffordern, ihm in Frieden die Tore zu öffnen; erverlangte nur Unterwürfigkeit, Anerkennung der Römerherrschaft undLeistung der Abgaben, wie vor dem Aufstande *). Zwei Umstände be-wogen ihn, gelinde mit den Judäern zu verfahren und ihnen nochZugeständnisse zu machen. Er hatte Eile nach Rom zurückzukehren,das er als Privatmann verlassen hatte, und das er als zukünftigerCäsar Wiedersehen sollte. Dort winkten ihm Genüsse und Machtfülle,die er rasch erhaschen wollte ^s. Sodann wollte er aus Liebe zu derjudäischen Prinzessin, deren Herz trotz ihres Sündenwandels an derheiligen Stadt hing, Jerusalem nicht der Zerstörung preisgeben. Aberdie mutigen Kämpfer schlugen alle durch Gesandte verheißenen Ver-sprechungen aus. Sie hatten geschworen, die Stadt mit ihrem Lebenzu verteidigen und mochten nichts von Ergebung Hörens. Da dieAufforderung zur Ausgleichung erfolglos geblieben war, so wurde mitdem Angriff auf die Stadt Ernst gemacht. Alle Gärten und Baum-pflanzungen im Norden und Westen Jerusalems, von wo der Angriffgemacht werden sollte, wurden schonungslos verheert^). Titus nähertesich mit einigen Begleitern dem nördlichen Walle, um das Terrain zurekognoszieren, und da er keinen Krieger, nicht einmal eine Wache aufder Mauer bemerkte, glaubte er schon, die Kämpfer Jerusalems seieneingeschüchtert und würden sich leicht unterwerfen. Plötzlich stürztendie Judäer aus einem Tore heraus, trennten Titus von seinem Ge-folge und hätten ihn beinahe zum Gefangenen gemacht, wenn dasSchamgefühl, zum Gespülte der Judäer zu werden, nicht seine Kräfteverdoppelt, und wenn nicht seine Begleiter alle Anstrengungen gemachthätten, ihn zu decken^). Die erste Waffentat der Jerusalemer gegendie Römer stellte ihnen ein günstiges Vorzeichen. Tages darauf, alsdie zehnte Legion auf dem Ölberge mit dem Lagerabstechen beschäftigtwar, wurde sie von judäischen Kriegern überrumpelt und in solchenSchrecken versetzt, daß sie die Arbeit im Stiche ließ und zurückwich ^).Indessen blieben diese Scharmützel, weil vereinzelt, ohne Erfolg. DieJudäer mußten sich stets wieder in die Festung zurückziehen; aber diesekühnen Ausfälle zeigten den Römern, welchen schweren Kampf sie zu

*) Jos. j. Kr. V, 2, 3; 9, 4. Dia Oassius kk, 4.

2) spaeitus bist. 5, 10. Jos. jüd. Kr. VI, 6, 3 und 7, 2.

Das. V, 3, 2. -si Das. V, 2, 2. °) Das. 2, 4 5.