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Geschichte der Juden.
aus Verachtung wegen seiner Gefühllosigkeit gegen sein Vaterland.Da suchte sich Josephus eine andere Frau in Alexandrien aus undbegleitete Titus, als er zur Belagerung Jerusalems sich nach Judäa be-gab *). Tiberius Julius Alexander, welcher schon einmal ein Ge-metzel unter seinen Stammesgenossen angerichtet hatte (o. S. 465),sollte das Werk in Judäa fortsetzen. Titus war im Kriege noch nichterfahren genug. Darum sollte der jndäische Apostat als Feldherr ihmzur Seite stehen. Er wurde zu einem höheren Range, zum Ober-general der Leibwache (krasksatus prastwrio) befördert ff.
Unter den streitenden Parteien in Jerusalem hatte bei dem He-rannahen der Gefahr eine Annäherung stattgefunden. Die jerusalemi-schen Zeloten und Johannisten versöhnten sich mit bar Gioraff.Wieder strömten viele Mannschaften ans Judäa und . dem Anslandenach Jerusalem kurz vor dem Passahfeste, so lange Jerusalem nochoffen war, um die heilige Stadt zu verteidigen ff. Die Anführerhatten zu ihren Stammesgenossen in der Enphratgegend Boten ge-schickt und sie gebeten, ihnen Mannschaften zu senden, und ihre Bittewar nicht vergeblich gewesen ff. Die Mauern Jerusalems wurden noch
*) Jos. jüd. Kr. IV, 10, 7. Vits. 75.
2) Das. jüd. K.. V, I, 6; 12, 2; VI. I, 3. Vergl. über Tib. Alexanderund sein Avancement I-son Ueuier'8 Abhandlung in den lilemoires äs l'Xeaäsmisäs8 insorffnious et beites lettres V. XXVI, 1 (Jahrg. 1867) p. 294 ff, wonachgewiesen ist, daß Tib. Alexander unter Titus in Judäa die hohe Chargedes krasleotns prastorio bekleidet'hat sund weitere Literatur bei Schürer IffS. 568, Anm. 9 und S. 624, Anm. 85).
8) Jos. j. Kr. V, 2, 4. Hier erzählt I. unzweideutig, daß der Krieg vonaußen der Zwietracht der Parteien ein Ende gemacht habe: -rai-- no-,7r<>>> «ve-Travakv cgrr 0 7r«/.t^o?. Damit steht im Wider-
spruche die Gräuelschilderung, wie Johannes am 14. Nisan, gerade beim Beginnder Belagerung, durch heimlich Bewaffnete die Zeloten unter Eleasar habe an-greifen und selbst viele von den zum Opfern im Tempel Anwesenden habeerschlagen lassen, dadurch habe die Zwietracht nicht mehr unter drei Parteien,sondern nur unter zweien fortbestanden (V, 3, 1): ül ovv
oölk« 7r§orkpor, ri? ävo Aber es soll doch gar
keine Zwietracht mehr bestanden haben! Undenkbar ist auch, daß die Opfererim Tempel zum Passahfeste sich von einigen heimlich Bewaffneten hätten er-schlagen lassen. Josephus gibt selbst an (VI, 9, 3), daß mehr als 1,60060VMenschen beim Beginn der Belagerung in Jerusalem zum Passahfeste anwesendgewesen sein sollen, wovon die meisten auswärtige Judäer, also erwachseneMänner waren. Und diese Million soll sich von der geringen Zahl der Johannistenhaben abschlachten lassen! Josephus hat seine Feder gegen Johannes geführt, umdiesem solche Untaten anzudichten. Mit dem Beginn der Belagerung hat dieParteiung unter den Führern aufgehört. Eleasar b. Simon hat sich wohl vonselbst Johannes untergeordnet.
ff Das. VI, 9, 3. ff Das. VI, 6, 2.