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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Titus gegen Jerusalem.

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sich die Verkündigungen nicht wunderbar zu erfüllen, da Vespasian sichso lange von Jerusalem fern hielt? Und nun hatte er und auch seinSohn Titus den Kriegsschauplatz verlassen. Konnte die wnndergläubige,exaltierte Menge dieses nicht für ein bedeutsames Werk des Himmelsansehen und sich dem Wahne hingeben, daß kein Römer je die heiligeStadt betreten werde?

Endlich kam der zum Thronfolger ernannte Titus als Feldherrnach Judäa (Febr./März 70). Jerusalem mußte mit allen Mittelnzur Unterwerfung gebracht werden. Dies schien dem Feldherrn einegebieterische Notwendigkeit. Es war eine Schmach für die Römer,daß diese rebellische Stadt vier Jahre hindurch sich behaupten konnte.Auch hing das Ansehen des neuen Kaiserhauses von dem FalleJerusalems ab. Widerstand Jerusalem noch länger, so war damitdie militärische Tüchtigkeit Vespasians und seines Sohnes in Fragegestellt i).

Obwohl Titus Eile hatte, mit der Unterwerfung Judäas fertigzu werden, um seinen nach Genüssen Hangenden Sinn zu befriedigen,so konnte er doch vor dem Beginn des Frühjahrs die Vorbereitungenzu der Belagerung Jerusalems nicht vollenden. Ein Heer von min-destens 80,000 Mann aus verschiedenen Truppenteilen wurde zu-sammengezogen und eine solche Anzahl von Belagernngswerkzengenherbeigeschafft, wie sic bis dahin kein Krieg nötig gemacht hatte. Dreijudäische Verräter waren Titus bei der schweren Arbeit behilflich. DerKönig Agrippa, der Truppen stellte und die Bewohner Jerusalenisdurch Überredung schwankend machte; Tiberius Alexander, der seinemAbfalle vom Judentum durch die Bekämpfung seiner Nation das Siegelaufdrückte; und Josephus, der überall Titus begleitete, nachdem eraus einem Gefangenen ein Wegweiser auf dem ihm bekannten Bodengeworden war.

Unbekümmert um die schmerzlichen Zuckungen seines Volkes, ginger nach seinem Übertritt zu den Römern zweimal eine Ehe ein; ersuchte Lebensbehaglichkeit und Ehefreuden. Zuerst heiratete er eineJungfrau aus den Gefangenen, welche in Cäsarea eingepfercht waren selbstverständlich mit Vespasians Erlaubnis. Als ihm dieser dann,nach seiner Wahl zum Kaiser, die Fesseln lösen ließ, angeblich weil erdem Feldherrn den Jmperatorenrang voraus verkündet habe, nahm erihn nach Alexandrien mit. Was sollte Josephus in dieser zweitenjudäischen Großstadt machen? Gewiß sollte er auch da unter seinenStammesgenossen im Interesse der Römer wirken. Während dieserZeit verließ ihn seine aus den Gefangenen ansgewählte Frau Wohl

*) laoitns bist. 5, 10.

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