Wunderzeichen in Jerusalem.
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ließe sich diese Zerstörung der Vorräte erklären. Diese Friedens-freunde mögen bar Giora zur Wut gegen die Zeloten und Johannesgehetzt haben, wie ihre Gesinnungsgenossen ihn nach Jerusalem be-rufen hatten, um durch einen verzweifelten Bürgerkrieg und durch dieVertilgung der Kriegseifrigen den Römern die Einnahme Jerusalemszu erleichtern. Und die Zeloten, gegen die Hetzer erbittert, mögenderen Gebäude und Vorräte, die sie wohl nicht zur Erhaltung derKämpfer aufgespeichert hatten, in Brand gesteckt haben. Der Partei-hader, der Verwüstungen im Innern und Untätigkeit nach Außenzur Folge hatte, war jedenfalls das Werk der Adelspartei und derReichen, welche, wie öfter in Revolutionszeiten, zum Zwecke der Reak-tion alle Mittel anwandten, die Umwälzung zu steigern und zu über-treiben und die Anarchie durch den Bürgerkrieg zu fördern. Sie be-dienten sich des wilden bar Giora, um die Zeloten zu vertilgen, unddieser bediente sich ihrer, um seinen nngemessenen Ehrgeiz zu befrie-digen. Beide aber haben grauenhaftes Unglück über die heilige Stadtherbeigeführt.
Wie kurz auch immer die innere Zerrissenheit angehalten habenmag*), so war sie doch ein eindringlicheres Vorzeichen des Unterganges,
scheint die Notiz historisch zu sein. Ein Gorion, S. d. Nikomedes (wohlversetzt statt: Nikodemos, S. Gorions -- >vnu t- gehörte zu den
Dreien, durch welche die Zeloten der Kohorte unter Metilius Frieden an-bieten ließen (Jos. das. II, 17, lt); vergl. o. S. 462). Dieser und seineGenossen müssen also den Römern Vertrauen eingeflößt und demgemäß nichtzu den offenen Zeloten, sondern zu den ganzen oder halben Friedensfreundengehört haben. Ben Gorion wird auch anderweitig als reich und in Verbin-dung mit dem römischen Prokurator geschildert (Daauit l9afg.). Ben Khalba-sabua wird ebenfalls als reich angegeben (Usciarim 50a und Parall.).Er soll N. Akibas Schwiegervater geworden sein, muß demnach die ZerstörungJerusalems überlebt haben, d. h. von den Römern verschont worden sein.Eine Namendeutung des Dritten stempelt auch diesen als Römerfreund (Gittindas.): 'Lii po ni-umo wo- .n'.nr- (-wrn oder) oor.n rorw p 'N 2 NN nom.Diese Quelle stenipelt überhaupt diese drei Reichen und Buleuten (pui'^o —/Soi'Iki-ral) zu Römerfrcunden: (M 211 'I7w) ,.N''N7W PW') 11 LN. Und
aus diesen: Grunde sollen die Zeloten (ü>n)p, 'wiw) deren Vorräte verbrannthaben: 'iprn: ,i)pp (-mi-o) mp. In L.bot II. das.
ni-r-nn nn w-w' pnpon. Dis andere Quelle stellt aber den Sach-verhalt anders dar, als wenn ein Führer der Sikarier u'nn . . . muo soll'pL'N'or' spnpo) pnop die Vorräte ohne Veranlassung verbrannt hätte, um dieBewohner durch Hungersnot zum verzweifelten Kriege aufzustacheln. Diese Versionhat aber die Wahrscheinlichkeit gegen sich und steht im Widerspruch nicht bloßmit der Angabe der ersten Quelle, sondern auch mit Josephus und Tacitus,welche ausdrücklich bemerken, daß die Magazine infolge der Parteikämpfe inFlammen aufgegangen seien.
*) Josephus jüd. Kr. V, 3, 4 legt Titus die Äußerung seinen SoldatenG ractz, Geschichte der Juden. III. 34