Vespasian zum Kaiser ausgerufeu.
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lichen Charakter verlieren, und daß Rom noch vier Jahrhunderte dieVölker knechten sollte.
Als die Entscheidung zwischen Otho und Vitellins noch zweifel-haft war, hing Vespasian schon dem Gedanken nach, ob nicht er selbstden besudelten Kaisermantcl sich umlegen sollte; aber er war unschlüssig,ob er die Idee ins Werk setzen sollte. Er wollte dazu getrieben werten.Zunächst fürchtete er seine» Nebenbuhler Licinius Mncianus, denStatthalter von Syrien, mit dem er in Spannung lebte, und der übermehr Legionen zu gebieten hatte. Falls dieser ihm nämlich entgegenträte, so wäre sein Kaiscrtraum rasch verflogen und selbst sein Lebengefährdet gewesen. Ihn gewann indessen Vespasians Sohn Titus,der aus seinem Ehrgeiz keinen Hehl machte. Er brachte Mnciandahin, daß er Vespasian vielmehr drängte und stachelte, sich zumKaiser ausrnfen zu lassen. Es war aber unerläßlich, einen zweitenmächtigen Verbündeten zu gewinnen, Tiberius Alexander, den Ara-barchensohn, welcher Statthalter der wichtigen Provinz Ägypten war.Diese Masche in dem Netze, welches das Wild Rom einfangen sollte, hateine Franenhand geknotet. Die Prinzessin Berenice war mit demägyptischen Statthalter befreundet; sie war früher mit seinem Bruderverlobt (o. S. 354) gewesen und betrieb jetzt die Kaiserwahl als eineHerzensangelegenheit. Titus' Liebe zu ihr war so offenkundig, daßdie Umgebung nicht daran zweifelte er habe ihr die Ehe versprochen^).Warum sollte sie nicht alle Mittel, die ihr Schönheit und weiblicheSchlauheit an die Hand gaben, aufbieten, um dieses Ziel zu erreichen?Welch' eine glänzende Zukunft eröffnete sich ihr! Als Gemahlin desTitus, könnte, müßte sie nach menschlicher Berechnung römische Kaiserinwerden. Sie würde auch ihrem Volke und ihrem Bekenntnisse,dem sie im Gemüte anhänglich war, außerordentlich nützlich werdenkönnen. Sie vermochte vielleicht eine Versöhnung zwischen Judäa undRom herbeiznführen und den Untergang des jndäischen Gemeinwesensabznwenden. Titus' grenzenlose Liebe zu ihr werde ihr gewiß nichtsversagen. Der wichtigste Schritt dazu war, Tiberius Alexander zuVespasians Partei hinüberznziehen, und dieser gelang ihr vollkommen.Der Statthalter von Ägypten beeilte sich, seine Truppen den Eid derTreue für den Kaiser Vespasian schwören zu lassen (1. Juli 69).Das war so entscheidend für das neue Kaiserhaus, daß es seineRegiernngszeit von diesem Tage an zu zählen begann. Erst einige
fl Fusion Vitus 7: proptsr insiKnsm rezanas Lersniess amorem, enistiam nuptias pollieitus (Vitus) t'srebatur. Dazu Tacitus' Bericht (bist. 2, 8t):Uso minus auimv reo-ina Lerenies partes (Vespasiaui) suvabat, tloreusastats törmaHue.