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Geschichte der Juden.
Tage später huldigten die in Judäa stehenden Legionen und nochspäter die syrischen unter Mucian dem erst dadurch ermutigten Ves-Pasian'). Durch Ägypten hatte dieser den Schlüssel zum Hanptsitz desrömischen Reiches in der Hand. Falls die Prätorianer und der Senatihm die Anerkennung verweigern sollten, konnte er Rom aushungern,wenn er das ägyptische Korn zurückhielt. Infolge der erlangtenKaiserwürde trat für Vespasian Judäa, dessen Unterwerfung allerdingsnotwendig schien, um einen Triumphzng aufführen zn können, dessenBedeutung aber gegen die Sorge zurücktrat, Vitellins' Legionen zu be-siegen und ihn selbst zu entthronen, in den Hintergrund. Vespasianund sein Sohn Titus begaben sich daher nach Ägypten und bliebenda, bis die Nachricht von Vitellins' Tode eingetroffen war, der unterSchimpf und Hohn erfolgte (21. oder 22. Dez. 69), nachdem Ves-pasians Feldherrn und Legionen Roms Straßen mit Blut undLeichen gefüllt hatten.
Was tat indes Jerusalem während der beinah zweijährigen Ruhe,die Vespasian ihm ließ, teils aus Furcht, seinen Ruhm gegenüber denverzweifelten Verteidigern einzubüßen, teils wegen der mannigfachstenRüstungen und Vorkehrungen, die erlangte Kaiserwürde zu behaupten?Was tat Jerusalem während dieser Zeit? Der Geschichtsschreiber,welcher sich den Römern ergeben hatte, erzählt: die Parteien hättenTag und Nacht Verderben und Tod gegen einander geschleudert, hättendie scheußlichsten Untaten begangen, hätten das wehrlose Volk wieSchlachtvieh behandelt, wären auf Leichenhaufen herumgetreten undhätten die Opfernden in der Nähe des Altars mit ihren Geschossenhingestreckt ^). Aber ihm unwillkürlich entschlüpfte Äußerungen, daßwährend dieser Zeit viele auswärtige Judäer nach Jerusalem strömten,um ihrem religiösen Bedürfnisse zu genügen und besonders das Passah-fest (69) zn begehen b), strafen seine düstern Schilderungen Lügen undstempeln sie zu frevelhaften Verleumdungen. Hätten sich Auswärtigeder Gefahr ausgesetzt, wenn eine wilde, blutige Anarchie in Jerusalemgeherrscht hätte, oder hätten sie den Tempel aufgesucht, wenn er be-sudelt und entheiligt worden wäre? Es kamen auch viele Judäer ausrömischen Provinzen und aus den Euphratländern, um ihr Leben im
1) lllaeitus das. 2, 79; 8nston, Vs8pa8ian 6. Joseph, jüd. Kr. IV, 10, 5—6.
2) Josephus jüd. Kr. V, 2—5; 1, 1; 9, 4.
Das. 1, 3: xnt Trol/ot a77ki'o>«7'7'ks ü/rö 77/? Tiepa-rviv -rrpr röv . . .
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