Schreckensherrschaft in Jerusalem.
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wilde Kampflust zu haben, waren sogleich bereit und rückten unterihren vier Führern Johannes, Simon, Pinehas und Jacobvor Jerusalem. Anan hatte aber Wind davon bekommen und ließ dieTore verschließen und stark bewachen. Von den Mauern herab redeteJosua ben Gamala sie an und beschwor sie, abzuziehen und die innereVerwirrung durch ihr Erscheinen nicht noch zu vergrößern. Simonben Kathla, ein Führer der Jdumäer, erwiderte darauf, daß diesiegende Partei kein Recht habe, Judäer von dem Betreten der allenungehörigen Hauptstadt auszuschlicßen, daß sie sich tyrannisch gegen dieBesiegten benähme, daß sie dadurch nur den Verdacht bestärkte, dieRömer in bekränzten Toren empfangen zu wollen, da sie denen, welchedie Freiheit und die heilige Stadt mit ihrem Leben zu verteidigenkämen, zumutete, die Waffen niederzulegen. Er schloß seine Rede da-mit, daß die Jdumäer gesonnen seien, vor den Toren zu liegen, umdie im Anzug begriffenen Römer zurückzuschrecken und die Gemäßigtenzur Änderung ihrer Gesinnung zu zwingen. Sie hielten Wort undlagerten vor dem Eingang der Hauptstadt.
Eine Nacht brachte Entsetzen über Anans Partei. Die Elementedes Himmels rasten mit entfesselter Wut, Sturm und Donnergekrachwechselten mit einander ab. die Menschen zu betäuben und mit Grausenzu erfüllen. Blendende Blitze zuckten unaufhörlich und ein wolken-bruchähnlicher Regen strömte herab. Die Jdumäer, gegen Schreckengestählt, rührten sich nicht. Wohl aber schlichen viele Wachen in derStadt von ihren Posten und suchten in den Häusern Schutz. Ananselbst vernachlässigte diesmal seine sonst unermüdliche Wachsamkeit. Danäherten sich einige Zeloten im Dunkeln und sägten die eisernen Riegeleines unbewachten Tores durch; das Geräusch der Sägen wurde vomDonner und dem Windesgeheul übertönt. Den Jdumäern war derEingang geöffnet. Sie machten einen Angriff von der einen Seite,und die Zeloten, welche die Wachen überraschten und in die Fluchtjagten, von der andern Seite. Die Bürger wurden unter die Waffengerufen, und es entspann sich ein gräßlicher Kampf, der mit demSchrecken der Elemente wetteiferte. Bald streckten die Gemäßigtenmutlos die Waffen, und die Jdumäer ergossen sich wutschnaubend inalle Stadtteile und töteten alle diejenigen, von denen sie wußten, daßsie nicht zu ihren Gesinnungsgenossen gehörten. Die ausgehende Sonnebeleuchtete ein blutiges Leichenfeld. Über 8000 Tote sollen in derStadt gefunden worden sein (Adar — Febr. — März 68 Z. Die Ze-
Jüd. Kr. 3, 12—14; 4, I—7; ö, 1. Die Zeit folgt aus dem Faktumdes Gewitterregens, der nur im Spätherbst und Vorfrühling im Monat Adarvorkommt. Da Johannes von Gischala bereits lange in Jerusalem weilte, soEraetz.EeschichtederIudcn.III. 33