Demokratische Hohenpriesterwahl. 511
Königshanse und ihrer zweifelhaften Gesinnung ihnen als heimlicheVerschwörer gegen die Freiheit galten. Antipas, Levia undSophas den Raguel wurden eingczogen, in den Kerker geworfenund bald darauf hingerichtet. Die Zeloten machten dann bekannt, daßsie nur Verräter und Feinde der Freiheit aus dem Wege geräumthätten, weil diese im Schilde geführt, Jerusalem den Feinden zu über-geben^). Wie viel an der Beschuldigung wahr gewesen, läßt sich nichtermitteln. Die Zeloten blieben bei diesem Schritte nicht stehen. IhrHaß gegen die hohenpriesterlichen Geschlechter, die sich früher von denRömern als Werkzeuge gegen die Freiheit hatten gebrauchen lassen,trieb sie, ihnen die geschändete Hohepriesterwürde und die Ämter imTempel zu entreißen. Bis dahin waren diese allein im Besitze der-selben. Sie waren die Aufseher über den Tempelschatz, über Ein-nahmen und Ausgaben, über die heiligen Gesäße, über die Kleinodien,über die Pracht- und wertvollen Vorhänge, über die Priesterkleider,über die Bedürfnisse für die Opfer- Wein, Öl, Salz und Holz. Eineraus ihrer Mitte leitete den Opfer- und Gottesdienst im Tempel undnach seinem Befehle mußten sich die niedrigen Priester und die Levitenrichten (Llemunnsk st. Dieses den demokratischen Gesinnungen derZeloten znwiderlaufende Regiment wagten diese endlich zu stürzen,setzten die Tempelbeamten aus den aristokratisch-priesterlichen Familienab und ernannten an ihrer Stelle Männer aus dem niederen Priester-stande. Waren die Aristokraten über diesen Schritt empört, so ge-rieten sie in eine förmliche Wut, als die Zeloten den zweiten Schritttaten. Sie entsetzten den von Agrippa zuletzt erwählten Hohenpriester,Matthia den Theophil, der es heimlich mit den Römern hielt,ließen die Priesterabteilung Jach in (oder Eljachin), welche zur Zeitden Dienst im Tempel hatte, znsammentreten und nach dem Lose einenHohenpriester wählen. Das Los fiel auf einen bis dahin unbekanntenPriester, Pinehas den Samuel aus dem Städtchen Aphta. DieEinen erzählten zu seiner Schmähung, er sei bis dahin ein Steinmetz,andere, er sei ein Landmann gewesen. Pinehas wurde von denTempelbeamten feierlich vom Lande hereingeholt, mit dem Priester-ornate geschmückt 3), und weil er arm war, schossen die Reichen Geld
st Jos- J"d. Krieg IV, 3, 4—5.
st Vergl. Monatsschrift 1885, S. 194 f.
st Das. 3, 7. Altert. XX, 10, 1. llos. loma I, 6 Lit'ra zu llsvit. 21, 1V.Josephus stempelt diesen Hohenpriester zum Idioten i das war von Partei-gehässigkeit diktiert. Auch in der angeführten talm. Stelle wird er gering-schätzig beurteilt, er sei ein Steinhauer gewesen. ' ' . 102-1 irm oms 5p n5p nnna-m i-m-ni. Dagegen legt ein angesehener Gesetzeslehrer eine Apologie für