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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Jndäa's Landesteile.

»ersichtliche» Hoffnung genährt, daß die große Erlösnngszcit, welchedie Propheten verkündet hatten, nahe sei, daß der so lange erwarteteMessias bald eintreffen und dem Volke Israel die Herrschaft über alleVölker der Erde verschaffen werde*). Unbekümmert um den VerlustGaliläas und so vieler tapferer Streiter prägte man in JerusalemMünzenim ersten und im zweiten Jahr der Erlösung oderder Befreiung Israels"?). Die Zeloten fühlten sich zu sicher,und diese Zuversicht brachte nicht geringeren Schaden, als JosephusVerrat und der Verlust Galiläas. Die gerechte Sache, für die siesich so sehr erhoben hatten, die große Zahl der Verteidiger, die dafürzu sterben entschlossen waren, die Verteidigungsmittel der Hauptstadtverblendeten sie so sehr, daß sie den übermächtigen Feind gar zu sehrverachteten und nicht mit der nötigen Umsicht zu Werke gingen. Siegriffen, um das zelotische Prinzip siegreich zu machen, zu verkehrtenMitteln und wurden durch die eigene Verkehrtheit mehr geschwächt,als durch die Kriegskunst des Feindes.

Jerusalem war nie so volkreich, so schön und so fest, als zurZeit, da es dem Untergänge geweiht war, gleich als ob sich an derjudäischen Hauptstadt bewähren sollte, daß äußerliche Stärke undäußerlicher Glanz zu nichts frommt. Der Umfang Jerusalems inner-halb der Ringmauern?) mit den Vorstädten Ober- und Nieder-Bezethabetrug beinahe sieben Kilometer (33 Stadien), dazu gehörten dieDörfer Bethanien (Lst-Hins) und Bethphage, die den FestgästenHerberge gewährten. Die damalige Bevölkerung Jerusalems läßt sichnicht genau ermitteln. Eine Quelle schätzt sie auf 600000^). Aberman muß die Volksmenge mit hinzuzählen, welche von auswärts zu-strömte. Jerusalem war in mehrere Quartiere geteilt"); die Oberstadtoder der Zion war das vornehme Viertel, hier prangten die Palästedes Herodes und des Agrippa, die aber schon beim Beginn derRevolution ein Raub der Flammen geworden waren. Nördlich voneinem Zwischentale breitete sich die Unterstadt ans (^.llra), die halb-

*) Jüd. Krieg VI, 5, 4. Diese Stelle: ev rote

»vriH »pk-lv rz? hat Tacitus aus Josephus entlehnt (Hist. V. 13):

autignis saeeräotniu libris eontineri, so ipso tempore tors, ut valeseeretoriens, prokeotigus lluclaea. rsrum potirentnr. Auch Sueton, obwohl inanderer Fassung, hat sie entlehnt (Vespusian 4): Usrorsbusrat oriente totorstns eb eonstans opinio: esse in katis, nt so tempore Inäasa. proleetirsrum potirsntnr.

?) Vergl. Note 3b sund die Bemerkungen dazu).

H Jos. jüd. Krieg V, 4, 3. *) lacitns Uistorias V, 13.

°) Vergl. Note 22.