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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

mondförmig gebaut war. Hier standen der Palast der Hasmonäer,ein anderer Palast des Herodes, ein Theater, der Palast der KöniginHelene, das Rathaus und das Archiv (vMlov), das

ebenfalls beim ersten Revolntionssturme verwüstet worden war.Nördlich von der Unterstadt waren die Vorstädte Ober- und Nieder-Bezetha, die Agrippa I. zu befestigen angefangen hatte. Darin warer damals durch die Eifersucht der Römer gestört worden, und dieZeloten benutzten jetzt die liegen gebliebenen Baumaterialien zur Voll-endung der Befestigungen^). Hier wohnten die Kleinbürger undHandwerker und befanden sich Marktplätze für Wollenwaren, Metall-gefäße und Kleider, für Holzverkauf unv wahrscheinlich auch für Vieh 2).Der Tempel mit der im Nordwest angrenzenden Burg Antonia machteeinen eigenen Stadtteil aus; die Antonia war im Norden durch einentiefen Graben von Bezetha getrennt. Südlich vom Tempel lag derStadtteil Ophla, auf dem der Palast der adiabenischen Fürstin Graptelag. Die meisten Straßen und Plätze Jerusalems waren in letzterZeit mit Marmor gepflastert worden^).

So schön aber auch Jerusalem an Gebäuden war, so entbehrtees doch der erquickenden Zier der Gärten. Anßer^einem Rosengartengab es nichts Grünes, die Frucht- und Ziergärten lagen außerhalbder Stadt^). Die Festungswerke machten Jerusalem düster, aber auchfast unüberwindlich. Von drei Seiten, Süden, Osten und Westen warder Hügel, auf dein die Hauptstadt gebaut war, durch Schluchten undsteile Felswände unzugänglich und noch dazu durch einen Wall ge-schützt. Die Nordseite, die dem Angriffe weniger Hindernisse entgegen-setzte, war durch eine dreifache Umwallung befestigt. Der Wall derVorstädte Bezetha war 25 Ellen hoch und 10 Ellen dick und hatte90 hohe starke Türme, unter denen der höchste und festeste der TurmPsephinos war; seine Höhe betrug siebzig Ellen. Bei Sonnen-aufgang konnte man ihn von weiter Ferne erblicken, von jenseits desJordans und dem Meere. Der Psephinosturm war in dem nord-westlichen Winkel der Mauer erbaut. Ein anderer Turin in derMitte dieser Mauer führte den Namen Weiberturm. Diese äußersteMauer war nicht in gerader Linie, sondern im Zickzack angelegt, umvon jedem Punkte aus den Feind im Auge behalten zu können. Diezweite Mauer, welche die Unterstadt einschloß, war mit 14 Türmenversehen, und die innerste Mauer, welche die älteste, festeste und höchste

*) Züd. Krieg V, 4, 2.

2) Das. 8, 1, s. Note 22. °) Altert. XX, 9, 7.

Das. jüd. Krieg VI, t, 1. lossxbta XsAatm VI, 2; llalm. Uaba-lramma 82 d.