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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Vespasians Kriegszug gegen Galiläa. 495

sich Lorbeeren und Triumphe erworben hatte, mit der Kriegführunggegen Judäa. So groß war die Furcht vor dem jndäischen Aufstandeund seinen möglichen Folgen, daß, um Gefahren von Parthien ausbegegnen zu können^), für Syrien ein eigener Statthalter LiciniusMucianus ernannt wurde. Vespasian war damals sogar in Ungnade,weil er einen Augenblick sich so weit vergessen hatte, bei einem vonNero aufgeführten Schauspiele einzuschlummern. Es fiel Nero daherschwer, demjenigen eine große Truppenmacht anzuvertrauen, den er alsseinen Feind betrachtete. Allein es blieb ihm keine andere Wahl.Um die Unruhen in Judäa zu dämpfen, bedurfte es eben eineskräftigen Armes. Im Winter (67) begab sich Vespasian von Griechen-land aus nach dem Kriegsschauplätze und traf in Ptolemals Bor-bereitungen zum Feldzuge. Sei» Sohn Titits, der sich im Kriegegegen Judäa die ersten Sporen verdient hat, brachte aus Alexandrienzwei Legionen mit, die fünfte und die zehnte, jene wilden Decumani,deren Grausamkeit die alexandrinischen Juden erfahren hatten undnun auch die palästinischen erfahren sollten. In Ptolemals strömtendie Nachbarfürsten zusammen: Malchos, König der Nabatäer mit

seinen Bogenschützen; Autiochos, König von Commagene; Sosm,König von Emesa und Agrippa mit seiner Schwester Berenice, diedem römischen Feldherrn ihre Huldigung darbrachten und ihm Truppenzuführteu, um ihre Römerfreundlichkeit an den Tag zu legen^j.Agrippa war gewissermaßen gezwungen, seine Abneigung gegen dieRevolution und seine Treue gegen Rom zu betätigen; denn die Tyrierklagten ihn bei Vespasian an, er stehe mit den aufständischen Jndäeruin heimlicher Verbindung. Sein llnterseldherr Philipp wurde in dieseAnklage hineingezogen, als hätte er den Aufstand in Jerusalem be-günstigt und durch Verrat den Tod der römischen Truppen unterMetilins verschuldet. Die Ankläger gaben zu verstehen, daß Philippdabei in Agrippas Auftrag gehandelt habe. Vespasian schien nunzwar diesen Angebern keinen Glauben zu schenken, sandte aber dochPhilipp nach Rom zur Rechtfertigung. Justus von Tiberias, der sichebenfalls eiugefunden hatte und von den Einwohnern von Hippos undGadara mit vieler Erbitterung angeklagt wurde, sollte enthauptetwerden, aber Berenice verwendete sich für ihn und rettete ihm dasLebens. Agrippa legte jetzt einen besonderen Eifer für die Römer anden Tag, um jeden Argwohn zu verscheuchen. Seine Schwester knüpftein dieser Zeit mit Titus ein Liebesverhältnis an, welches viele Jahrehindurch dauerte, obwohl sie um vieles älter als der Sohn des Feld-Herrn war; ihre Schönheit hatte der Zeit getrotzt.

*) 1aeitu8 das. 1,10. Jos. jüd. Krieg III, 4, 2.

y Vita 74, 65.