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Geschichte der Juden.
Ausfall der Römer aufs Haupt geschlagen und zerstreut^). Einanderer Zug, den er gegen eine Schar des Königs Agrippa unter demHauptmaune Sylla unternahm, brachte ihm auch keine Lorbeeren"), undman darf mit Recht zweifeln, ob eine Niederlage ihm nicht mehrFreude gemacht hat, als es ein Sieg getan haben würde. Josephustrifft die ewige Schmach, daß er das starke Bollwerk Judäas, daskräftige, kriegerische Galiläa, durch Ungeschicklichkeit, Selbstsucht undUnverträglichkeit oder durch sein falsches Spiel zersplittert und ent-mannt hat. Er hat wohl einige Festungen wehrhaft gemacht^), dasheißt, ihren Efuwohneru die Befestigung nicht verwehrt. Als aber dieRömer einrückten, stand ihnen weder ein Heer, noch das Volk imWege. Jede Festung war auf sich selbst angewiesen, Mißtrauen undErschöpfung hatten die Galiläer selbstsüchtig, wenn auch nicht feige ge-macht. Man hätte Mühe, alle diese Jämmerlichkeiten und Tücken desStatthalters Flavius Josephus zu glauben, wenn er sie nicht mit bei-spielloser Frechheit selbst erzählte. Was die vier Monate des Auf-standes in Jerusalem errungen hatten, das vernichteten die fünfMonate während Josephus' Verwaltung in Galiläa, che noch dasLand den Feind erblickt hatte (November 66 bis März 67).
Während dieser neun Monate hatten die Römer wenig gegenJudäa ansgeführt. Nur einige Plänkeleien von Ptolemai's ans unddie Besetzung von Sepphoris durch Placidus hatten sie gewagt,nicht sowohl aus Gleichgiltigkeit oder Verachtung gegen das winzigeJudäa, sondern vielmehr aus ängstlicher Vorsicht, weil sie dem judäischenAufstande eine große Wichtigkeit beilegten. Der Kaiser Nero befandsich gerade in Griechenland, um als Wagenlenker, Zitherspieler undSänger den Beifall der Griechen zu gewinnen, de» ihm seine für dieKunst unempfindlichen römischen Untertanen nicht in so reichem Maßespendeten. Wie ein Blitzstrahl traf ihn da die Nachricht von demAufstande der Judäcr und der Niederlage des römischen Heeres unterCestius. Nero zitterte, die Revolution in Judäa könnte eine weite Aus-dehnung erhalten, die Euphratländer und die Parther mit hineinziehcnund den andern römischen Provinzen das Beispiel zur Schilderhebunggeben^). Dazu kam noch die Nachricht, daß Cestius Gallus vom Tode ereiltwar, und man nicht wußte, ob er eines natürlichen Todes gestorbenwar oder ans Gram über seine Niederlagen gegen die Judäer denGeist aufgegeben Haltes. Nero betraute daher den besten Feldherrnseiner Zeit, Flavins Vespasianus, der im Kriege mit den Briten
1) Vita 67—71. Vergl. das. 12, 15, 22.
2) Das. 72—73. °) Das. 37; jüd. Krieg II, 20, 6.
-ff Das. jüd. Krieg Einleitung 2; III, l, 1. °) 'paeitns, bist. 5, 10.