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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

Aber auch nachdem Agrippa den gewissenlosen Barns seines Amtesentsetzt hatte züchtigen durfte er ihn aus Furcht vor Soöm nicht waren die batanäischen Babylonier noch so aufgeregt und geneigt, sichden Römerfeinden anzuschließen, daß der König an Philipp den ge-messenen Befehl ergehen lassen mußte, sie aus Gamala zu entfernenund nach Batanäa zurückzuführen. Dadurch entstand indessen einesolche Gärung in dieser Stadt, daß die Einwohner feindselig gegendie abziehenden Babylonier verfuhren und Philpps Verwandter Charesdabei ums Leben kam. Joseph, der Sohn einer Hebamme, ent-flammte die Jugend von Gamala zum Abfall von Agrippa und zurErkämpfung der Freiheit *). Auch das obere Gaulanitis mit dem Vor-ort Sogane und die Stadt Seleucia am Merom-See. fielen vonAgrippa ab?). Der Vulkan der Revolution hatte sich also bereits inGaliläa an mehreren Punkten Öffnungen verschafft, an anderen warer dem Ausbruch nahe, noch bevor Josephus ben Matthia als Ab-geordneter des Syuhedrion die Verwaltung übernommen hatte.Nur die größte Stadt Galiläas, die eigentliche Hauptstadt, Sepphoris,blieb den Römern treu und wußte den Aufstand von sich fern zuhalten. Der Grund dieser auffallenden Römerfreundlichkeit einerjudäischen Stadt liegt in dem Umstande, daß sie größtenteils von Ein-gewanderten bewohnt war, seitdem sie durch den Statthalter QuinctiliusBarns zerstört und ihre judäischen Ureinwohner, die es mit demZelotenstifter Juda gehalten hatten, als Sklaven verkauft worden waren(o. S. 251). Es herrschte aber auch in ganz Galiläa eine tiefe Er-bitterung gegen Sepphoris, und ganz besonders waren die Tiberiensereifersüchtig auf dasselbe, weil es ihrer Stadt den Rang abgelaufenhatte und unter Agrippa II. zur Hauptstadt erkärt worden war^).Die Aufgabe des Statthalters von Galiläa wäre es gewesen, einenAusgleich herbeizuführen und die Sepphoriten für den Aufstand zugewinnen. Auf den Schultern dieses Mannes lastete also eine schwereVerantwortung; denn von seinem Verhalten hing es ab, ob die mitso krampfhafter Anstrengung unternommene Revolution zu dem er-wünschten Ziele gelangen oder einen tragischen Ausgang nehmen sollte.Unglücklicher Weise war Josephus nicht der Mann, eine so riesigeAufgabe glücklich zu lösen, und trug durch sein Benehmen zum Unter-gänge des judäischen Staates wesentlich bei.

fl Vita 3538. Die Zeit läßt sich dadurch bestimme», daß der AbfallGamalas geschah, während Agrippa und Berenice in Berytus waren. InBerytus waren sie noch bei Cestius (das. 1t, falsch im jüd. Krieg II, 18, 6 inAntiochien), also noch im Beginne der Revolution.

fl Das. 37, vergl. jüd. Kr. IV, 1, 1. fl Das. vita 89.