Der Aufstand in Galiläa.
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In der Nähe von Gamala wohnte ein judäisch-babylonisches Ge-schlecht, welches, wie oben erwähnt (S. 198), unter Herodes I. ein-gewandert, sich in Batanäa angesiedelt und mehrere kleine Städte undeine Festung Bathyra erbaut hatte. Die Babylonier (so nannte mandiese Kolonie) waren treue Anhänger des herodianischen Hauses, undPhilipp, ein Enkel jenes ersten Gründers Zamaris, war Anführer deragrippinischen Truppen, die gegen die Zeloten in Jerusalem kämpften.Als diese sich ergeben mußten, wurde ihr Anführer von den Baby-loniern in der Reihe der Zeloten gegen Menahems Absicht gerettet,weil er vorgab, daß er sich ihnen zum Kampf gegen Rom auschließenwerde. Indessen gelang es Philipp, in Verkleidung aus Jeru-salem zu entkommen und zu den Seinigen zu gelangen. Seine An-kunft war dem Statthalter Varus, welchen Agrippa während seinerAbwesenheit in Cäsarea (Neronias) eingesetzt hatte, höchst unangenehm;denn dieser, ein Verwandter des Königs Soöm von Emesa, hatte sichgeschmeichelt, er werde der Nachfolger Agrippas werden, den die Römisch-gesinnten zu verdächtigen suchten, als hätte er bei der Revolutionheimlich die Hand im Spiele. Zur Durchführung seines Planes hetzteVarus die Syrer von Cäsarea Philippi gegen die dortigen Judäer,um alle Zeugen, die seine ehrgeizige Unternehmung an Agrippa hättenverraten können, aus dem Wege zu räumen. Er fürchtete indesdie Babylonier und besonders Philipp, die dem König treu waren,und war außerdem besorgt, daß diese die Niedermetzelung ihrerStammesgenossen zu rächen suchen würden. Er suchte daher Philippau sich zu locken, um ihn zu beseitigen; glücklicherweise lag dieser aberkrank an einem hitzigen Fieber, das er sich durch die überstandenenGefahren in Jerusalem und auf der Flucht zngezogen hatte. Alleines gelang Varus, siebzig der angesehensten Babylonier in seine Nähezu bringen und die meisten von ihnen töten zu lassen. Schrecken ergriffbei der Nachricht die Babylonier, die sich nunmehr in ihren Städtennicht mehr sicher fühlten. Sie retteten sich eilig nach Gamala undschwuren nicht nur Varus Rache sondern auch den Syrern, dieihn unterstützt hatten. Auch Philipp flüchtete sich nach dieser Berg-feste, hatte aber Mühe, seine Leute von einem Rachezuge abzuhallen ^).
Z Josephus jüd. Krieg II, 18, 6; vita II. An der letzteren Stelle hatAosephus manche Tatsachen und Umstände, die ihm erst später bekannt gewordensind, hinzugefügt. Anstatt a„ der ersten Stelle muß Varus, wie
in der andern gelesen werden, was durch Rufinus' Übersetzung bestätigt wird.Die zweite Stelle enthält manche Corruptelen, die zum teil in HavercampsAnnotationen berichtigt sind. Statt roi>? er
muß gelesen werden kV Lerraval« jVgl. Kohout a. a. O,
S. 61l>.
Graetz. Geschichte drr Juden. III.
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