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Geschichte der Juden.
wegen ihrer reichen Weizenernte berühmten Städte: Kapernaum undChorazin. Ganz im Norden lag Betsaida, welches der herodianischeFürst Antipas Julias genannt hatte. Unweit des Südostrandes desSees lag Gamala, das ebenfalls Josephus zugeteilt war, dessenEinwohner später eine so bewunderungswürdige Tapferkeit in dem galilä-ischen Kriege bewiesen haben. Die nördlichsten Städte Galiläas warenGabara, nächst Sepphoris und Liberias die bedeutendste StadtGaliläas, ferner Jotapata und Gischala; die beiden letzten galtenals alte Festungen ^). Nur bis dahin erstreckte sich die Grenze Galiläas;die nördlich gelegene Gegend von Kesib (Ekdippa) an galt in jederBeziehung als Ausland 2). Galiläa war in Ober- und Niedergaliläaeingeteilt (st «rw st -.«/«, Onlii sljon, Oalil taobton^),
deren Grenzscheide aber sich nicht genau bestimmen läßt. Wie es scheint,ging die Grenze von der Spitze des Tiberiassees bis Ptolema'is (Akko)^).
Die Galiläer waren fleißig und betriebsam und wußten die Er-giebigkeit ihres gesegneten Landes zu benutzen Es war ein kräftiger,kriegerischer und zäher Menschenschlags), der an den guten undschlechten Sitten, an Glauben und Aberglauben mit unerschütterlicherZähigkeit hing und Gut und Blut dafür opferte. Aber gerade ihrrohes, ungelenkes, bäurisches Wesen machte die Galiläer um so hin-gebender für einen Aufstand, der im Namen der Religion zur Ver-teidigung der Heiligtümer unternommen wurde. Mit dieser Bevölke-rung, aus welcher Jesus von Nazaret, die ersten christlichen Sendbotenund Juda, der Stifter der Zeloten, hervorgingen, hätte ein kühner,einsichtsvoller, konsequenter Feldherr Wunder ausrichten können, daihm der Reichtum des Bodens, die festen, widerstandsfähigen Städte,die Blüte der Jugend und eine unerschöpfliche Begeisterung zur Ver-fügung standen.
Dieses Land voller Feuerköpfe blieb nicht ruhig bei der Nach-richt von der Erhebung in Jerusalem und der Niederlage des Cestins.Es stürzte sich vielmehr in den Freiheitstaumel mit jener maßlosenEilfertigkeit, die kein Bedenken aufkommen läßt. Wie hätten dieGaliläer auch gleichgültig bleiben können? Sahen sie ja in ihrer un-mittelbaren Nähe ihre Brüder von den Heiden niedergemetzelt. Täg-
i) Vergl. Bd. Ilb, S. 270. 2 ) s^tin 7 b.
Josephus jüd. Krieg III, 3, 1. Lebsbiit IX, 2.
Der einzige Anhaltspunkt für die Grenzscheide zwischen Ober- undNiedergaliläa ist Josephus' Nachricht, daß die Städte Achbara und Meroth— sicherlich das talmudische Meiron unweit Achbara (Labs, Llsrüa 84b)und unweit Safet — zu Obergaliläa gehörten, vita. 37, jüd. Krieg II, 20, 6.Nach der Mischna bildete Kephar-Chanina die Grenze (Zebabiit IX, 2.)
b) Josephus jüd. Krieg III, 3, 2, s. o. S. 281.