Galiläa.
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lich kamen unglückliche judäische Flüchtlinge in ihre Städte und suchtenbei ihnen Schutz. Hatten sic doch selbst von ihren heidnischen Grenz-nachbarn jeden Tag das Schlimmste zu befürchten. Daher rüstetensich die meisten kleineren und größeren Städte, um einem Angriffe ge-wachsen zu sein, und erwarteten Verhaltungsmaßregeln von dem hohenRat in Jerusalem. Drei Brennpunkte bildeten sich in Galiläa fürdie Revolution: Gischala im äußersten Norden, Tiberias im Südenund Ga mala gegenüber Tiberias am östlichen Ufer des Sees. Diejudäischen Einwohner von Gischala wurden zum Aufstande gewisser-maßen heransgefordert; die heidnische Bevölkerung der Nachbarstädte:Tyrier, Soganer und andere i) hattet sich znsammengerottet, Gischalaangefallen, es zum Teil durch Feuer zerstört und dem Erdboden gleichgemacht. Darauf stellte sich ein Mann an die Spitze der wutent-brannten Gischalenser, der berufen war, den Krieg gegen die Römerbis zur letzten Stunde zu führen und mit Simon den Giora derSchrecken der Römer zu werden. Johannes ben Levi aus Gischalafing seine Laufbahn damit an, die unzufriedenen Jndäer Ober-Galiläasunter seiner Fahne zu sammeln und die Flüchtigen ans den syrischenStädten an sich zu ziehen, um mit ihnen die heidnische Bevölkerungder Nachbarstädte anzngreifen und sie für ihre Raubzüge z» züchtigen.Johannes von Gischala war von Hanse ans arm und von schwäch-licher Gesundheit2), aber er gehörte zu jenen Charakteren mit Feuer-seelen, welche die drückenden Lebensverhältnisse und die Fesseln desKörpers überwinden und die Umstände zwingen, ihren Plänen dienst-bar zu sein. Für seinen Mut, seine Standhaftigkeit und seine Hin-gebung an die Sache des Vaterlandes und der Unabhängigkeit werdendie Taten sprechen, die er vollführt hat. Für Johannes' edle Ge-sinnung ist die innige Freundschaft Bürge, die das SynhedrialoberhauptSimon ben Gamaliel für ihn hegte ^). Die Schilderung, daß er ränke-süchtig, doppelzüngig, selbstsüchtig, blutdürstig gewesen sei^), hat seinerbitterter Feind entworfen, dessen leidenschaftliche Gereiztheit keinMaß kannte, und den politischen und persönlichen Gegner noch überdas Grab hinaus verunglimpfte. Johannes von Gischala hatte aberim Beginne des galiläischen Ausstandes keinen andern Ehrgeiz, alsdie Mauern seiner Geburtsstadt zu befestigen, sie zum Herde desAufstandes zu mache», um die feindlichen Nachbarn von neuen An-griffen fern zu halten und dem Einzüge der Römer ein Bollwerkmehr entgegenzusetzen. Als Johannes später bedeutende Summen an
*) Josephus vita 10. Der Text ist hier gewiß korrumpiert.
2) Josephus vita 16; jüd. Krieg II, 21, 1—2. 6.
°) Das. vita. 38. -ff Das. jüd. Krieg II, 21, 1. VII, 8, 1.