Wahl der Befehlshaber über die Provinzen.
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büßen müssen. Die Statthalter waren zugleich mit unbeschränkter
Vollmacht für die ihnen zngeteiltcn Landesteile versehen, doch warensie der Zentralregierung verantwortlich. Der Schwerpunkt der Regie-rung lag im großen Synhedrion und demnach in dessen VositzendenSimon ben Ganialiel und den Beiräten Anan und Joseph ben Gorion.Obwohl Simon Oberhaupt der Pharisäer war und der ehemalige
Hohepriester Anan aus seiner sadducäischen Gesinnung kein Hehl mochteso. S. 443), so hat diese religiöse Scheidung sie nicht verhindert,Hand in Haud miteinander zu gehen*). Die Vaterlandsliebe überwogden Parteizwist. Indessen war die Einheit doch trügerisch, da hoheAdelige und heimliche Römerfrennde Sitz und Stimme im Synhedrionhatten und durch ihre Meinungsverschiedenheit öfters Schwankung indie Beratungen brachten. Aus der Verschiedenheit der Ansichten ent-stand Halbheit in den Unternehmungen, welche die Tatkraft lähmte.Ohnehin wurde das Synhedrion öfter von der wechselnden Volks-
stimmnng beherrscht, die in der Revolutionszeit sicb stets Geltung
verschafft. So regierte das Synhedrion ohne Tatkraft kaum zweiJahre, bis es, durch Haltlosigkeit gestürzt, den Ultrazeloten die Zügelüberlassen mußte.
*) Folgt aus vita 38—39, 44, KO. Vergl. dazu Urnbiu VI, 2, woraushervorgeht, daß ein Sadduzäer in die nächste Nachbarschaft des S. b. Gamalielgezogen ist, ohne daß dieser es verhindert hätte ('pi—v pn nr-u
Nvi 1 LN 1 NV.V 2 in N'.nir nnn). Dieser Sadduzäer war vielleicht Anan
b. Anan.