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Geschichte der Inden.
denen nicht der Geist der jndäiscben Überzeugung weht, das Hoheliedund der Prediger Kohelet, deren Heiligkeit schon früher beanstandetwurde, sollten nach dem Vorschlag der Schammatten dem Gebrauchentzogen und verborgen werden. Selbst der Prophet Ezechiel sollteaus der Reihe der heiligen Schriften gewiesen werden, weil manchegesetzliche Bestimmungen darin der Thora widersprechen. Eleasar denAnania ließ es sich aber angelegen sein, diesen Propheten zu rettenund die Widersprüche — gut oder schlecht — anszugleichen. Und sowurde Ezechiel als kanonisches heiliges Buch beibehaltenZ.
Die kriegerische Rührigkeit, die mit der inner» BewegungHand in Hand ging, ruhte dabei nicht einen Augenblick. Vor allemwar man darauf bedacht, Feldherren und Statthalter für den bevor-stehenden Krieg zu wählen. Wie cs scheint, ging die Wahl vomVolke selbst aus, das auf dem Tempelberge versammelt wurde undseine Stimme abgab. Irgend etwas muß aber vorgegangen sein,wodurch eine den Ultrazeloten ungünstige Stimmung erzeugt wurde.Eleasar den Anania, der den ersten Anstoß zu der gewaltigen Be-wegung gegeben hat, wurde nur zum Statthalter der ganz unwichtigenLandschaft Jdnmäa eingesetzt und mußte seine Befugnis noch miteinem andern, Josua ben Sapphia, teilen. Von ihm ist auch imweitern Verlaufe des Krieges nicht mehr die Rede. Ein Ultrazelote,Eleasar ben Simon, wurde bei der Wahl ganz übergangen, ob-wohl er von edlem Geschlechte war und die Aufsicht über den Tempel-schah hatte. Er war in den Augen derer, die das Regiment an sichgerissen hatte», ein zu eifriger Freiheitsfreund. Dafür erhielten ge-mäßigte Männer, ja selbst solche, welche früher Römerfrennde waren,den Vorzug. Joseph ben Gorion und Anan, Sohn Anans,welcher eine kurze Zeit Hohepriester war, (o. S. 445), erhielten wichtigePosten, die Aussicht über Jerusalem und die Befestigung. Außer diesenwurden noch fünf Statthalter über verschiedene Landesteile ernannt:Joseph ben Simon über den Landstrich von Jericho, Manasseüber Peräa, der Essäer Johannes über die Gegend von Thamna,wozu Lydda, Emmaus und Joppe gehörten, und Johannes benAnania über Gophnitis und Akrabatene, nordöstlich von Jerusalem.Den allerwichtigsten Posten erhielt Joseph ben Matthias. DasVolk war noch immer von dem Zauber der adeligen Familien ge-blendet und konnte sich nicht entschließen, mutige und hingebungsvolleMänner von unbekannter Herkunft an die Spitze zu stellen. SeinVertrauen zu dem zweideutigen priesterlichen Adel hat es hart genug
*) Note 26.. 2 ) Josephus jüd. Krieg II, 20, 3—4.