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Geschichte der Juden.
Rachsucht wegen der den Römern zugefügten Niederlage rotteten sichdie Heiden zusammen und mordeten schonungslos die Jndäer in ihrenStädten mit Weibern und Kindern Z. Die Einwohner von Damaskustrauten sich nicht, ihren Anschlag auf die Jndäer laut werden zulassen und anfzuschieben, weil fast sämtliche damascenische Frauendem Judentume anhingen. Darum lockten sie sie in das Gymnasiumund töteten in den eingeschlossenen Räumen über 10000 von ihnenmit einem Male^). Solche Metzeleien mußten die Patrioten um somehr mit Entsetzen erfüllen, als die Wut öfter ganz unschuldigejudäische Gemeinden traf, die nicht im entferntesten an Aufstand ge-dacht hätten. Selbstverständlich nahmen die Jndäer, soweit ihre Machtreichte, Wiedervergeltung an den benachbarten Heiden. Solche Wieder-vergeltung suchten wieder die Heiden zu rächen. So steigerte sich einRassenhaß zwischen Judäern einerseits und Römer» und Griechenandererseits, der weit über die engen Grenzen Palästinas hinausging.Da nun alle Völkerschaften im Umkreise Judäas: Syrer, Griechen,Römer, Alexandriner, die Sache des römischen Kaisers zu der ihrigenmachten, so glaubten die Ultrazeloten berechtigt zu sein, ihre Feind-schaft gegen Rom auf sämtliche Heiden übertragen zu dürfen. In-folgedessen scheinen die Anhänger der schammaltischen Schule in einerSynode einen Antrag eingebracht zu haben, eine Scheidewand zwischenJudäern und Heiden aufzurichten, jede Gemeinschaft mit diesen aus-zuschließen, jeden Verkehr mit ihnen zu hemmen. Bereits längereZeit vorher wurde es untersagt, Öl von den Heiden zu genießen.Jetzt wurde diese Absonderung noch verschärft. Jndäer sollten künftighinvon Heiden weder Wein, noch Brod, noch andere Speisearten kaufen,auch nicht Gaben für den Tempel von ihnen annehmen, nicht ihreSprache sprechen, noch sie zur Zeugenschaft zulassen, noch überhauptmit ihnen Verkehren. Diese Bestimmungen sind unter dem Namender „achtzehn Dinge" bekannt geworden. Religiöse Strengeund politischer Zelotismus gingen in diesen stnrmbewegten ZeitenHand in Hand. War ja die Hochflut des Freiheitsdranges ans dertiefsten Religiosität hervorgegangen. Die politisch und religiös ge-mäßigten Hilleliten waren aber mit diesen tief in die Einzelverhältnisieeingreifenden Absondernngsmaßregeln nicht einverstanden. Sie mochtenteils die Schwierigkeit der Ausführbarkeit teils die auswärtigenJndäer berücksichtigt haben, die dadurch in den Strudel der Feindseligkeithineingerissen werden würden. Sie waren daher mit dem Anträgeunzufrieden, mußten sich aber der Mehrzahl der Synode, die
*) Josephus vita 6.
2) Das. jüd. Krieg II, 2V, 2.