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Geschichte der Juden.
nähme einiger Brauseköpfe — zu versichern ^), Prägten die sieges-trunkenen Zeloten nach diesem Siege neue Münzen mit der Inschrift:„Das erste Jahr zur Erlösung Israels" auf den Namen„Eleasar der Priester", wahrscheinlich Eleasar, Sohn Simons,der Schatzmeister des Tempels und von den Zeloten als Haupt an-gesehen war 2 ).
So gewaltig und hinreißend war die Bewegung für die Befreiungvon der Fremdherrschaft, daß selbst einige friedliche, blut- und be-rührungsscheue Essäer ihr nicht widerstehen konnten, sondern, ihrePeinlichkeit überwindend, in die Reihen der Kämpfer traten ^). Selbstdie Samaritaner verbannten ihren alten Groll gegen die Judäer undmachten aus Haß gegen die Römer gemeinschaftliche Sache mit ihrenGegnern von gestern Ü- Nur vie Judenchristen waren der National-sache schon so sehr entfremdet, daß die jernsalemische Gemeinde, anseine höhere Mahnung sich berufend, Jerusalem verließ und nach derheidnischen Stadt Pella jenseits des Jordan auswanderte°).
Eine Rührigkeit war in der Hauptstadt eingetreten, die ihr einenveränderten Anblick gewährte. Überall sah man Waffen schmieden undKriegswerkzeuge anfertigen, um für erneute Angriffe gerüstet zu sein.Die Mauern Jerusalems wurden befestigt und so widerstandsfähiggemacht, daß sie dem Feinde lange Zeit Trotz bieten konnten, besondersdie Mauer im Norden um die Vorstädte Bezetha, welche Agrippa I.hatte unvollendet lassen müssen. Die Jugend hielt täglich kriegerischeÜbungen 0) und die Begeisterung ersetzte den Mangel an Kriegserfah-rung. In allen Teilen Judäas erhoben die Römerfeinde und Patriotenihr Haupt und bildeten provisorische Ausschüsse für Vorbereitungenzum Riesenkampfe. Auswärtige Judäer beteiligten sich bei dieser Er-hebung mit glühendem Eifer.
Von den inneren Einrichtungen, die infolge der gewaltigen Er-hebung und des Sieges über Cestius eingeführt wurden, sind nur un-bestimmte Andeutungen vorhanden. Es hat dem römerfreundlichenGeschichtsschreiber der den Abfall von Rom nicht genug anschwärzen
^ Josephus, jüd. Krieg II, 20, I.
2) Vergl. Note 30. sS. jedoch Schürer 1^, S. 770 f.j.
H Folgt aus Jos. jüd. Krieg II, 8,10, wo angegeben ist, daß die gefangenenEssäer Folterqualen gleichmütig erduldet haben; das. II, 20, 4 und III, 2, 1wird der Essäer Johannes als Anführer genannt.
Folgt aus Jos. das. III, 7, 32; vergl. auch Vita 52.
b) Eusebius Kirchengeschichte III, 5, 3. Ganz zuverlässig ist diese Nachrichtkeineswegs, denn diese dekapolttanische Stadt bot damals, wie die anderen,keine Sicherheit (vergl. oben).
°) Jos- jüd. Krieg II, 22, 1.