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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Cestius Gallus Rückzug.

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Heer bis Antipatris, ohne es jedoch erreichen zu können. Aber siefanden reiche Beute an Waffen und Belagerungswerkzeugen, die sieals Trophäen nach Jerusalem brachten, und deren sic sich später gegenihre Feinde bedienten. Cestius' Kriegskasse, die in ihre Hände ge-fallen war, vermehrte den Tempelschatz. Nahe an 6000 Römer nndBundesgenossen hat Cestius' Heer in diesem ersten Feldzuge gegen dieverachteten Judäer eingebüßt, und die Legion, die Cestius aus Anti-ochien als Kerntruppen gegen Jerusalem geführt hatte, verlor ihrenAdler, was bei den Römern als die größte Schmach und einer schimpf-lichen Niederlage gleich galt*).

Unter jubelnden Kriegsliedern kehrten die Zeloten nach Jerusalemzurück (8. Marcheschwan, Oktober), und frohe Hoffnungen auf Frei-heit und Selbstregierung erfüllten ihre Brust. Die glückliche Has-monäerzeit schien wiedergckehrt und noch übertroffen. War nicht dasauf der ganzen Erde gefürchtete römische Heer geschlagen und zuschimpflicher Flucht gezwungen worden? Welche Veränderung in kaumsechs Monaten <17. Jjar bis 8. Marcheschwan)! Damals zittertenoch Alles vor dem Feigling Florus und seiner geringen Mannschaft,jetzt waren die Römer geflohen! Hatte sich ihnen die Hilfe Gottesnicht ebenso gnadenvoll erwiesen, wie den Vorfahren? Und das Herzder Zeloten beschlich keine Bangigkeit um die Zukunft.Wie wir diezwei Feldherrn (Metilius und Cestius) geschlagen Habens, so werdenwir ihre Nachfolger besiegen". Diese Zuversicht beseelte sie für diebevorstehenden Kämpfe. Die Zeloten glaubten sich im Rechte, wennsie alle Diejenigen, die noch von Unterhandlung mit den Römern undUnterwürfigkeit sprachen, als Vaterlandsverräter und Feinde desJudentums betrachteten. Die Friedenspartei hatte für den Augenblickden Boden verloren, das ganze Volk war, von dem wunderbarenSiege berauscht, mit ganzer Seele den zelotischen Führern zugetan,und die Römlinge wagten nicht, ihre innere Gesinnung laut werdenzu lassen. Viele von ihnen verließen heimlich Jerusalem, andereheuchelten zelotischen Römerhaß und Freiheitsliebe ^). Während dieHerodianischen Brüder Kostobar und Saul, die bereits nach dem erstenSiege der Zeloten Jerusalem verlassen hatten, auf Cestius' Anregung,sich zu Nero nach Griechenland begaben, um den Ausbruch des Auf-standes zu entschuldigen, die Schuld dafür auf Florus zu wälzen undden Kaiser der treuen Ergebenheit der judäischen Nation mit Aus-

Z Jüd. Kr. II, 19, 9. 8uetou Vesp. 4. Vergl. Josephus vita 7.

2) Josephus vita 8; jüd. Krieg III, 2, 1; darauf spielt auch die echt-historische Stelle in ^.bot lli L. klatbau o. 6 an. Vergl. Note 27.

") Josephus jüd. Krieg II, 20, 1, 3; vita 6.