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Geschichte der Juden.
sie warfen die Verräter, die auf den Rat des Ana n ben Jonathandem Feinde die Tore öffnen wollten, über die Mauer und rüsteten sichzur Verteidigung der eingenommenen Plätze. Fünf Tage hinterein-ander stürmten die Römer gegen die Mauern, wurden aber stets vonden Geschossen der Judäer zum Weichen gebracht. Erst am sechstengelang es ihnen, die nördliche Mauer gegen den Tempel zum Teil zuunterminieren i). Aber Cestius verfolgte den erlangten Vorteil nicht.Er hielt es nicht für ratsam, mit begeisterten Helden einen Kampffortzusetzen, der den Feldzug in die Länge gezogen haben würde. DieRegenzeit des Herbstes nahte heran und war schon eingetreten undverhinderte die Zufuhr von Lebensmitteln. Bei einer fortgesetzten Be-lagerung hätte sich das römische Heer der Gefahr ausgesetzt, in einergebirgigen Gegend auf allen Seiten von Plänklern angegriffen, beun-ruhigt und einzeln aufgerieben zu werden. Deswegen mochte es Cestiusfür klüger halten, den Rückzug anzutreteu ^). Schwerlich aber hat ihmFeigheit den Entschluß eingegeben.
Sobald der unerwartete Abzug der Römer den Einwohnern vonJerusalem bemerkbar wurde, setzten sie ihnen nach und griffen sie vonden Gebirgskämmen aus im Rücken und in den Flanken an, da dasrömische Heer nur die gebahnten Wege in den Tälern und Pässeneinhalten konnte. Eine große Zahl getöteter Römer, darunter selbsthochgestellte Führer, bedeckte die Wege. Als das Heer das Lager inGabaot erreichte, sah es sich von judäischen Scharen umschwärmt;Cestius hielt sich nicht mehr für sicher, beschleunigte den Rückzug undließ das beschwerliche Gepäck zurück. Im Engpaß von Bethoron er-ging es dem römischen Heere noch viel schlimmer; von allen Seitenangegriffen, wurde es in Unordnung gebracht und konnte sich wegender Bergwände, von wo aus die Judäer Pfeile auf sie regnen ließen,nicht zur Wehr setzen. In wilder Flucht eilten die Römer auf Bet-horon zu und wären völlig aufgerieben worden, wenn sie nicht diehereinbrechende Nacht vor weiterer Verfolgung geschützt hätte ^). Ummit dem anbrechenden Tage nicht denselben verderblichen Kämpfenentgegen zu gehen, führte Cestius eine Kriegslist aus, um die Judäer,welche die Gegend von Bethoron die ganze Nacht besetzt hielten, zutäuschen. Er ließ 400 tapfere Soldaten im Lager zurück und dasganze übrige Heer geräuschlos weiter marschieren, so daß es beiTagesanbruch, als die Judäer die List bemerkten, bereits einen Vor-sprung gewonnen hatte. Die 400 zurückgelassenen Soldaten, die langeStand hielten, machten die Judäer nieder und verfolgten das römische
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i) Jüd. Kr. II, 19, 2—6.
°) Das. 19, 7.
-) Das. 19, 8.