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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

Einige Monate später reizte jedoch ein abtrünniger Jndäer mitNamen Antiochos die Heiden in der syrischen Hauptstadt zu Feind-seligkeiten gegen seine Stammesgenossen auf. Antiochos war der Sohndes Vorstehers der antiochensischen Gemeinde, und sein Abfall vomJndentnme erfüllte ihn mit Haß gegen seine Stammesgenossen und so-gar gegen seinen eigenen Vater. Er rief das Volk von Antiochienins Theater und log ihm vor, daß sein Vater und sämtliche Jndäerdamit umgingen, die Stadt in Brand zu stecken. Sollten die Heideneiner von einem Jndäer gegen seine Religionsgenossen erhobenen An-schuldigung nicht Glauben schenken? Nachdem er das Volk gegen dieJndäer aufgestachelt hatte, überredete er es, alle diejenigen als Feindezu behandeln, die den heidnischen Göttern nicht opfern würden. Un-geachtet der Todesgefahr entschlossen sich indes nur Wenige zumOpfern, die übrigen blieben standhaft, und viele von ihnen büßtenihre Standhaftigkeit mit dem Tode. Die dem Blutbad Entkommenenzwang Antiochos mit der Bosheit eines Abtrünnigen am Sabbat zuarbeiten und dehnte seine Wut gegen den Sabbat auch auf dieJndäer der Umgegend aus fl. In der Stadt Bethsan fiel infolgedes Rassenkampfes eine Scene vor, welche die Reihe der haarsträuben-den Selbstzerfleischnngen, an denen die Geschichte der Tempelzerstörungso reich ist, eröffnet. Die heidnischen Einwohner dieser Stadt hattenmit ihren judäischen Mitbürgern ein Bündnis geschloffen und ihnenversprochen, mit ihnen in Frieden zu bleiben, wenn sie ihnen behilflichsein wollten, die Angriffe der judäischen Streifscharen zurückznschlagen.Das taten die Jndäer von Bethsan redlich, bekämpften ihre Brüderschonungslos und vertrieben sie aus der Nähe der Stadt. Dabeizeichnete sich ein Jndäer von riesiger Kraft und hohem Mute, Simonben San!, am meisten aus. Sobald aber die Heiden von dieserSeite beruhigt waren, überfielen sie die sorglosen Jndäer in der Nacht,töteten nahe an 13,000 und richteten ein furchtbares Blutbad an.Nur Simon mit seiner Familie blieb noch übrig, da er die Feinde,die sich ihm näherten, mit der Geberde der Verzweiflung und gezückterWaffe in Schrecken setzte. In zerknirschter Selbstanklage wegen desKampfes gegen seine Stammesgenoffen für die Heiden wollte er nurdurch seine eigene Hand sterben. Nachdem er dann seine greisenEltern, seine Frau und seine Kinder getötet hatte, stieß er sich dasSchwert in die Brust und brach auf den Leichen der Seinigen zu-sammen 2 ).

fl Jüd. Kr. VII, 3, 3. Der Zeitpunkt ist gegeben durch die Nachricht, daßVsspasian eben zu Schiffe in Syrien gelandet war, d. h. Febr. oder März 67.

fl Das. II. 18, 3.