Die Kaiserin Poppäa.
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die Entscheidung überließen. Zwölf Abgeordnete, darunter derHohepriester Jsmaöl und der Schatzmeister Helkia, wurden zu diesemZwecke noch Rom gesendet. Aber nicht Kaiser Nero, sondern seineBuhlerin Poppäa Sabina legte den Streit bei. Dieses ebensoschamlose, wie schöne Weib hatte unbegreiflicher Weise eine Vorliebefür das Judentum, und da an Neros Hofe alle Staatsangelegenheitendurch Jntriguen geleitet wurden, so bedienten sich die judäischen Ab-geordneten dieses glücklichen Zufalles, um das Staatsoberhaupt fürihre Sache günstig stimmen zu lassen. Die heimkehrenden zehn Ab-geordneten brachten die Weisung mit, daß die argwöhnische Über-wachung des Tempels unterbleiben sollte^).
Zwei der Abgeordneten, Jsmaäl und Helkia, waren auf PoppäasWunsch in Rom geblieben. Zu des erster» Nachfolger ernannte da-her Agrippa Joseph, den Sohn Simons Kabi (Kamith um 60^), undnicht lange darauf Anan, den jüngeren, aus der Familie Anan beuSeth^j. — Einige Jahre später verwendete sich Poppäa abermals zuGunsten zweier Judäer, die von dem Landpfleger Felix als Verbrechernach Rom gesandt worden waren, die aber so fromm lebten, daß sieim Kerker nichts Anderes als Früchte genießen mochten, wie Danielund seine Freunde. Auf den Wunsch der nunmehr Kaiserin gewordenenPoppäa schenkte ihnen Nero die Freiheit (63^).
Als der Landpfleger Festus nach etwa zweijähriger Verwaltungstarb, ernannte Nero Albinns znm Nachfolger, der im Vergleiche zuseine» Vorgängern und Nachfolgern gerecht erschien. Ehe er in seinerProvinz ankam, nahm sich der damalige Hohepriester Anan heraus,das halb erstorbene Sadducäertum wieder zu beleben.
Die Anhänger dieser Sekte hatten sich seit dem Untergange derihrer Theorie huldigenden makkabäischeu Fürsten in den Schmollwinkelzurückgezogen. Weil sie im Volke keinen Anhang hatten, ordneten siesich in der Ausübung der Religionsgesetze und der Rechtsverhältnisseder Auslegung der Pharisäer völlig unter und wagten nicht, ihren
t) Josephus Altert. 8, 1l.
H Das. Da es unter den vorangegangenen Hohenpriestern nur drei desNamens Simon gab, nämlich S. b. Boethos, b. Kanthcras und b. Kamithos,so ist L«;« wohl ein Corruptel statt wie XX, I, 3 und Beide ver-schrieben statt nämlich rvnLp p sVgl. Schürer IIo, S. 220, Anm. I9j.
°) Das. Note 19.
Das. Vita. 3. Für Poppäas Hinneigung zum Judentum scheint auchdie Art ihrer Bestattung zu sprechen; ihre Leiche wurde, wie Tacitus (An-nalen 18, 8) berichtet, nicht nach römischem Brauche verbrannt, sondern nachfremder Sitte beerdigt: UsKum extsruorum eousustuäins clitksrtuw oclori-buo eonclitnr.