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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Der Landpfleger Felix.

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Landpfleger meuchlings ermorden und bediente sich dazu der Sicarier,die gedungen waren, ihn am Hellen Tage zu überfallen*). ZumHohenpriester ernannte Agrippa abermals Jsmasl II. aus demHause Phiabi (um 59). Unter diesem nahm die freche Gewalttätig-keit der hohenpriesterlicheu Familien so überhand, daß sie mit ge-dungenem handfestem Gesindel den Zehnten von den Bodenbesitzern fürsich eintreiben ließen, wodurch die niedern Priester ihrer Einnahmenberaubt wurden und aus Not umkamen ^). Felix, durch Bestechunggewonnen, drückte zu diesen Gewaltstreichen die Augen zu.

Die rücksichtslose Anmaßung, mit der die Landpfleger die Nationzu behandeln sich gewöhnt hatten, blieb nicht ohne Wirkung auf dasBenehmen der fremden Bevölkerung, die namentlich in den Seestädtenzahlreich vertreten war. Die Syrer, Griechen und Rönier, die inJudäa angesiedelt waren, durften ihren feindseligen Sinn gegen ihrejudäischen Mitbewohner an den Tag legen und sich anmaßen, dieHerren im Lande zu spielen. Der Zug in dem grausigen Strafgemäldedes großen Propheten:Der Fremde in Deiner Mitte wird immermehr steigen, Du aber wirst immer tiefer sinken", ging fast buchstäb-lich in Erfüllung. Am weitesten trieben die griechischen Syrer inCäsarea die Unverschämtheit gegen die Judäer, indem sie ihnen dieGleichberechtigung in der Verwaltung der städtischen Angelegenheitenstreitig machten. Um ihrer Anmaßung einen scheinbaren Rechtsgrundzu geben, beriefen sie sich darauf, daß Cäsarea, als es von demjudäischen Könige Herodes neuerbaut wurde, keinen judäischen Ein-wohner gehabt, ferner, daß der Erbauer nur deswegen heidnischeTempel und Bildsäulen darin aufgeführt habe, weil er die Stadt fürheidnische Bewohner habe bestimmen wollen. Aber die Judäer, welchesich wahrscheinlich unter Agrippa I. daselbst angesiedelt hatten unddurch Gewerbefleiß, Wohlstand und kriegerischen Mut ihren heidnischenMitbürgern weit überlegen waren, ließen sich die Entziehung desBürgerrechts nicht gefallen, und es kam dadurch fast täglich zuReibungen und Straßenkämpfen. Als einst die judäische Jugend eineerlittene Beschimpfung mit blutigen Köpfen der Syrer rächte undihre Gegner aus dem Felde schlug, mischte sich der Landpfleger Felixin die Händel, befahl den zusammengerotteten Judäern auseinander-zugehen, und ließ, als sie sich seiner Aufforderung widersetzten, diebewaffnete Macht einschreiten, die teilweise aus eingeborenen Griechenund Syrern bestand und daher mit ganzem Herzen Partei für ihreStammesgenossen nahm. Viele Judäer kamen dabei um, andere ge-

i) Josephus Altert. XX, 8, 5.

-) Das. 8, 8.