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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

seinen Vorgänger an Übermut und Frechheit. Diese Sklavenseele dachtean nichts als daran, sich in Judäa zu bereichern und ihre Gelüste zubefriedigen. Das Blutvergießen nahm unter Felix noch mehr zu, daer, auf den Einfluß seines Bruders bei Hose gestützt, ungestraft jedesVerbrechen begehen durfte'). Diese Macht zu schaden, behielt er auchnach Claudius' Tode (54). Denn, obwohl der junge Kaiser Nerooder seine Mutter Agrippina dem herodianischeu Hause ebensowohlgesinnt war, wie Claudius, und den Sohn des Herodes von Chalkis,Aristobul, zum Könige von Kleinarmenien ernannte und für Agrippavier bedeutende Städte mit ihren Bezirken, das wichtige Tiberiasnebst Tarichea in Galiläa und Julias mit Abila in Südperäa zndessen Gebiet hinzufügte (56)°), so ließ er doch gern Judäa unterdem Regimente eines Blutdürstigen. Felix gab sich das Ansehen, alsverfolge er nur die ruhestörendeu Aufwiegler; aber wie wenig Ernstes ihm damit war, bewies er dadurch, daß er sich sogar mit den ver-wilderten Sicariern in Verbindung setzte, um sich durch sie seinerTadler zu entledigen. Unter ihm wurde» zwar die Zeloten desEleasar den Dinar zersprengt und der Häuptling selbst durch List ge-fangen und nach Rom gesendet, wo er ohne Zweifel seine wilde Frei-heitsliebe mit dem Tode büßte, nachdem er eine lange Reihe von Jahreneinen aberteuerlichen Guerillakrieg geführt hatte 3). Auch auf diePropheten und Messiasse ließ Felix fahnden; die Anhänger des ägyp-tischen Propheten wurden teils niedergemacht, teils gefangen, aber derFührer selbst entkam glücklich Ü- Als daher später der HeidenapostelPaulus bei seinem Auftreten in Jerusalem von den kleinasiatischeuJudäern als Gesetzesverächter angeklagt und einem römischen Haupt-manue überliefert wurde (59), hielt ihn derselbe für den verschwundenenägyptischen Schwärmer^). Aber Felix ließ nur die Zeloten undSchwärmer verfolgen, die Sicarier dagegen begünstigte er. Wie vieleUnschuldige muß er indessen unter dem Vorwände, daß sie Römerfeindeund Aufwiegler seien, mit dem Tode bestraft haben, wenn sogar derehemalige Hohepriester Jonathan selbst, der ihn vom Kaiser ausgebetenhatte, sein Verfahren streng zu rügen wagte! Dafür ließ ihn der

0 laoitns Annalen 12, 54. Historien 5, 9.

2) Josephus Altert. XX, 8, 4; jüd. Krieg II, 13, 2.

2) Das. Altert. XX. 8, 5; jüd. Krieg II. 13, 2. Nach der letzten Stellesoll Eleasar sein Unwesen zwanzig Jahre getrieben haben; die Zahl scheint aberungenau, sonst müßte er bereits unter Agrippa I. und noch vor ihm als Häupt-ling existirt haben.

') Das. Altert. 8, 6; jüd. Krieg II, 13, 45.

5) Apostelgeschichte 21, 38.