Die Landpfleger.
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Monate jedesmal mit Spannung zn erwarten Pflegte, vereitelten dieSamaritaner in dieser Zeit infolge ihrer haßerfüllten Erregtheit. Umihren Feinden einen Streich zu spielen, zündeten sie nämlich vonihren Bergen aus zur Unzeit Bergfeuer an und täuschten damit dienördlich von ihrem Landstriche wohnenden Gemeinden.
Um für die Folgezeit eine solche Täuschung und Verwirrung zuverhüten, hob das Synhedrion unter dem Vorsitz R. Gamaliels^)die Kundgebung durch Bergfeuer auf und ersetzte sie durch Boten,welche von Gemeinde zn Gemeinde den Monatsanfang bekannt machten.Es war ein mühsamer Weg und konnte nicht einmal immer zum Zieleführen, wenn nämlich die Sendlinge vor dem Beginne der Festzeiten ihreReise nicht beendigen konnten. Die entfernten Gemeinden, denen dieKundmachung nicht zeitlich genug. zukommeu konnte, gewöhnten sichdaran, zweifelshalber zwei Tage hintereinander feiertägig zu begehen.Um es aber den Boten zu ermöglichen auch die entferntesten Ort-schaften zu erreichen, wurden sie schon an dem Abende, an welchem derNeumond astronomisch eintreffen mußte, mit der Ankündigung aus-gesandt. Seit dieser Zeit wurde auf die astronomische Berechnung derMonatsanfänge mehr Wert gelegt als auf die Aussage der Zeugen,daß sie den Mondstreifen wahrgenommen hätten, und diese nur nochgewohnheitshalber beibehalten. Die astronomische Berechnung desMondlaufs kannte die Familie der Patriarchen aus dem Hause Hillelsdurch ihren Stammvater, der sie höchst wahrscheinlich aus Babylonienmitgebracht hatte, wo sie seit alter Zeit bekannt war und angewendetwurde. So hatte die Parteiliche Ungerechtigkeit des LandpflegersCumanus oder seine Feindschaft mit Felix noch für die Folgezeit Nach-wirkungen, und zwar neben dieser Änderung der Kundmachung nochdie andere, daß die Galiläer, wenn sie sich zur Passahfcier nachJerusalem begeben wollten, das samaritanische Gebiet vermeiden undeinen Umweg jenseits des Jordans machen mußten, um nicht Miß-handlungen ansgesetzt zu sein.
Cumanus' Nachfolger in der Landpflegerschaft Judäas wurdeFelix, der Bruder des am römischen Hof vielvermögenden GünstlingsPallas, den der ehemalige Hohepriester Jonathan st vom Kaiser aus-gebeten hatte. Daß die judäische Prinzessin Drusilla, die schöneSchwester des Königs Agrippa II., sich mit Felix verheiratete, wobeider Schwärmer Simon den Vermittler gespielt hat, und daß sie durchdiese ehebrecherische Heirat zum Heidentums überging, ist bereits er-wähnt. Felix übertraf in seiner mehrjährigen Verwaltung (53 bis 59)
st Note 17, II.
st Oben S. 437.