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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Die Landpfleger.

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heraufzubeschwörcn. Das Volk legte darauf die Waffen nieder. Aberweder die Judäer, noch die Samaritaner beruhigten sich über die Er-mordung der Ihrigen; beide sandten vielmehr Abgeordnete an densyrischen Statthalter Ummidins Quadratns, klagten einandervor ihm an und baten ihn, die Streitsache zu untersuchen. Zu diesemZwecke fand sich Quadratns in Samaria ein, handelte aber parteiischund ließ die gefangene» Judäer ans Kreuz schlagen. Dann erst er-richtete er in der Stadt Lydda ein Tribunal und lud beide Parteienvor seine Schranken. Allein die Streisache war durch die Folgen, diesie herbeigeführt, so verwickelt geworden indem Felix für dieGaliläer gegen die Samaritaner Partei nahm daß Quadratns sienicht zu schlichten vermochte und daher den Befehl gab, daß beideParteien Abgeordnete an den Kaiser absenden und dessen Entscheidungentgegennehmen sollten. Von seiten der Judäer gingen der ehemaligeHohepriester Jonathan und der Tempelhauptmann Anau, Sohn desHohenpriesters Auanias, mit noch anderen nach Rom. Auch Cnmauusmußte ans Quadratns' Verfügung seinen Posten verlassen und sichzur Rechtfertigung nach Rom stellen.

Dieser Prozeß setzte in Rom das ganze Räderwerk der Hof-intriguen in Bewegung; er hatte dadurch, daß der Landpfleger selbstals Angeklagter darin verwickelt war, eine größere Tragweite erhalten.Einerseits versuchte Cnmanus auf Claudius' Günstlinge einznwirken,daß sie den Kaiser für ihn günstig stimmten, und andererseits ließen esdie judäischen Abgeordneten, Jonathans und der König Agrippa II.,der noch immer in Rom Iveilte und bei Claudius beliebt war, nichtan Mühe fehlen, diesen für die Sache der Judäer zu gewinnen. DerKaiser bestimmte eine Gerichtssitzung für diesen Prozeß; den Ansschlaggab aber nicht er, sondern seine ihn beherrschende verworfene Ge-mahlin, die berüchtigte Agrippina, deren Buhle Pallas, Felix'Bruder,war. Felix selbst war iu das Tribunal berufen. Es war auchzwischen den judäischen Gesandten und Pallas abgemacht worden, daß,sobald Cnmauus verurteilt würde, der Kaiser gebeten werden sollte,Felix an dessen Stelle znm Landpfleger Judäas zu ernennen. Daherfiel des Kaisers Entscheidung zu Gunsten der Judäer aus, nicht weiler erkannt hatte, daß die Samaritaner die Urheber des Streiteswaren. Mehrere schuldig befundene Samaritaner wurden hingerichtetund Cnmanus in die Verbannung geschickt-). Zur selben Zeit erhieltAgrippa, wahrscheinlich durch Fürbitte der Kaiserin, ein Königreich iuder Nordostgegeud Judäas, das aus den Landesteilen bestand, die einst

U Note 19.

") Josephus XX. 6, 3; Tacitus Annalen 12, 51.