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Geschichte der Juden.
berief sie zum Ölberge und verhieß ihnen das Wunder, mit dem Haucheseines Mundes die Mauern von Jerusalem einstürzen zu machen unddie römischen Soldaten zu bezwingen *). Wen» auch nur dieser nam-haft gemacht wird, so war er doch nicht der Einzige, der, von Be-geisterung getrieben, seinen Anhängern das Eintreffen besserer Zeitenprophezeit hat. Und warum hätte er keinen Glauben finden sollen?Ein Volk, das eine so reiche Vergangenheit hat, und dessen Herz vonglänzenden Bildern einer schöner» Zukunft erfüllt ist, ist nur zu leichtgeneigt, einem schönen Tranmbilde zu folgen und in der Schwärmereiden Jammer der Gegenwart zu vergessen oder gar zu überwinden.
Solche unschuldige Vorgänge erhielten erst durch den blutigenErnst, mit dem die Landpfleger sie betrachteten, eine traurige Wichtig-keit. War das Volk ans seine religiösen Überzeugungen eifersüchtig,betrachtete es die unbedeutendste Verletzung derselben von seiten einesRömers in übertriebener Empfindlichkeit'Ü als einen Angriff ans dasJudentum und machte dafür den Statthalter, den Kaiser, den römischenSenat verantwortlich, so waren die kaiserlichen Abgeordneten in Judäanicht minder empfindlich, behandelten die bedeutungsloseste Volks-bewegung als eine Majestätsbeleidigung gegen den Kaiser und ver-folgten Schuldige und Unschuldige mit gleicher Grausamkeit. Ver-gebens zeigte der Kaiser Claudius und nach ihm Nero die wohlwollendsteGesinnung gegen die Nation; die Landpfleger überschritten jedesmalihre Vollmachten und benahmen sich aus Habgier und Herrschsuchtwie Tyrannen. Judäa hatte das Unglück, fast nur verworfene Krea-turen, die ihre Beförderung den bei Hofe herrschenden gesinnungslosenGünstlingen und Weibern zu verdanken hatten, als Landpfleger zubekommen. Sie wetteiferten miteinander an Schlechtigkeit, Habgierund Blutdurst, vermehrten dadurch die Unzufriedenheit des Volkesund reizten es zum Äußersten.
Die Reihe dieser fünf Geld und Blut saugenden Landpflegereröffnete Cnmanus (um 48 bis 52), der auf Tiberius Alexandergefolgt war. Dieser war nur etwa zwei Jahre (47 bis 48) ans seinemPosten geblieben. Möglich, daß die judäischen Großen den Kaiser aufden Anstoß aufmerksam machten, den der vom Judentum abtrünnigeLandpfleger dem Volke gab. Gleichviel, Tiberius wurde abberufen,
r) Josephus das. XX, 8, 6; hüd. Krieg II, 13, 5. Apostelgesch. 21, 38.Ungenau wie diese Quelle ist, läßt sie die Anhänger des ägyptischen Prophetenaus Sicariern bestehen.
2) Bezeichnend sind Tacitus' Worte (tlnnalss l2, S4): Uansbal mstus(in luäasa), ns gnia xrinoixnm saäsm impsritarst (ae 6. "Lassar säeslatna sriAsmla).