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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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432
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Geschichte der Juden.

weil sie es zur Unzeit und mit unlauter» Mitteln versuchten, brachtensie statt Erlösung nur noch größer» Jammer über das Volk.

Eine andere Zelotenbande, die in ihrer Verwilderung den edlenZweck der Befreiung vergaß, machte aus dem Angriff auf ihre Feindeein Handwerk. Man nannte diese Zeloten Sicarier von dem kurzenDolche (Lion), mit dem sie bewaffnet waren, und den sie unter ihrenKleidern verbargen, damit ihre Feinde anzugreifen und öffentlich odermeuchlings zu ermorden. Die Sicarier waren der Answurf der Zeloten-partei, deren Führer später die Enkel des Galiläers Inda mit NamenMenahcm und Eleasar ben Jair geworden sind. Im Beginnedieser Epoche standen diese Banden jedoch unter keiner Disziplin, son-dern schwärmten planlos umher und liehen ihren Arm demjenigen,der ihnen Lohn oder Gelegenheit zur Befriedigung ihres Rachedurstesgab. Mit ihren Dolchen mischten sie sich unter dichte Gruppen,namentlich in den Sänlengängen des Tempelberges an den Festzeiten,wenn große Menschenmaffen hin und her wogten, und machten den-jenigen unvermerkt nieder, der als ihr Opfer ausersehen war. SolcheMordtaten führten sie mit so großer Schnelligkeit und Geschicklichkeitans, daß die Urheber eine lange Zeit »»entdeckt blieben; aber geradediese Dunkelheit erzeugte eine unheimlich bange Furcht in den Ge-mütern Z. Jeder glaubte sich von unsichtbaren Feinden umgeben undward des Lebens nicht froh; der Freund mißtraute dem Freunde, derHerr seinem treuesten Diener. Mordtaten kamen so häufig vor, daßdie Gesetzeslchrer mit Jochanan ben Sakkai das Sühnopfer für un-schuldig vergossenes Blut abschafften ^), es hätten deren zu viele fürdie gefallenen Menschenopfer geschlachtet werden müssen. Um dieseZeit mag das große Synhedrion, als es die überhandnehmende Zncht-und Sittenlosigkeit mit blutendem Herzen wahrnahm, seine Funktioneneingestellt haben, es verlegte seinen Sitz ans der Quaderhalle desTempels in die Kaufhallen (Oimnujot) bei Bethaniens, ei» Akt, dereiner Vertagung ähnlich war.

In dieser immer wachsenden Zerrüttung scharten sich die Edelstendes Volkes, die sich von den, Getriebe fern hielten, mit »och größerer

Sühnopfer aufgehoben wurde, werden zwei genannt: ben Dinar und Tachinaben Parischa, diesem letzteren gab man den Schimpfnamen: Sohn desMordes (nicht des Mörders); das will auch die lakonische Erklärung inJerus. z. St. (24a) besagen: p n^i 2 p(ch m-:?, Sohn des Mordes,

nicht ni>upi mir.

*) Jos- jüd. Krieg II, 13, 3.

") 8ota 47 a.

-) Note 22.