Stand der Sittlichkeit.
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Verdacht des Ehebruchs abzuschaffen sich veranlaßt sah*). Die Edel-gesinnten beklagten mit tiefer Wehmut einen Zustand, in welchem dieäußerliche Frömmigkeit höher stand als die Sittlichkeit, und mansich im allgemeinen mehr über die Verunreinigung des Tempels, alsüber einen Totschlag ereiferte ^). Unter den untern Volksklassen kamein anderes, aber nicht minder schreckliches Laster vor. Die häufigenAufstände, die seit dem Tage, als Rom die Vermessenheit hatte, Judäaals eine eroberte Provinz mit Siegerwillkür zu behandeln, durch dieZeloten angezettelt und gescheitert waren, erzeugten Freischaren, dieim Lande wild umherschwärmten und, Freiheit mit Zügellosigkeit ver-wechselnd, Recht und Gesetz mit Füßen traten. Sie hausten in Berges-klüsten und Grotten, an denen das judäische Gebirge so reich ist, undmachten von da ans häufig Angriffe, um ihren Freiheitsdrang oderihre Bedürfnisse nach Lebensmitteln zu befriedigen. Einige Zeloten-scharen, welche von Eleasar den Dinal und Alexander geführtwaren, gingen zwar von einem edlen Nationalgefühle aus — siehatten den Römern.Tod und Verderben geschworen — dehnten aberihren Haß auch ans alle diejenigen ans, welche es mit den Römernhielten. Sie erkannten sie nicht als Judäer au und glaubten keinUnrecht zu begehen, wenn sie sich an ihrer Habe und an ihrem Lebenvergriffen. Die Römlinge waren nach deren Ansicht und Schwurvogelfrei, und sie hielten ihren Schwur nur allzu gewissenhaft. Sofielen sie die Vornehmen an, so oft sie ihnen in den Weg kamen, zer-störten ihre Besitzungen und fügten ihnen überhaupt jeden möglichenSchaden zu st. Galt es eine Unbill zu rächen, die von Seiten derFeinde ausgeübt worden war, so waren sie die ersten, dem verletztenNationalgefühle ihr Rachcschwert zu leihen. Eleasar ben Dinal undseine Genossen waren keine Räuber und Meuchelmörder, wie sie dieRömer und ihre Augendiener geschildert haben. Sie waren vielmehrvon dem Gedanken des Zelotenstifters erfüllt und wollten die ein-gebüßte Freiheit ihrer Nation wiedererobern oder rächenst; allein
st 8ota 47 a.
st loina 23 a.
st Josephus Altert. XX, 0, I; jüd. Krieg II, t2, 4; 13, 6; VII. 8, t.
st Vergl. die interessante Stelle im Wäraeeb zum hohen Lied z. B. 3. 5.Uisobbati p. 16: inm 'N '2 irm m ibni ibrwn st' onn 'i
'»' 2 . über Amram vergl. o. S. 360. Neben ben Dinar wird noch eingesinnungsgenössischer Führer in der llliseluia 8ota IX, 9, (8) genannt, wenndie richtige L.-A. beachtet wird, welche bereits Lippmann Heller (in 2 "' 0 , 22 , 0 )richtig erklärt hat. Diese lautet: '2 wstn ,nsw>' rw:? onnrin
p ww?7 WM kW?: . 1 '."! nnws 12 me" IS -12 ,i:'nrn 12 (8ipbrsI>ent. X. 205 12 .) Als Mordeshauptleute, wegen deren Treibens das