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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

nachdem sie nach dem Tode ihres Gatten, Herodes II., Wittwe ge-worden war. Das Gerede muß wohl einen Grund gehabt haben,denn es zwang Agrippa, es verstummen z» machen. Er verlobte seineSchwester mit dem Könige von Cilicien Polemon, der von ihrenReichtümcrn mehr noch als von ihrer Schönheit angelockt, ihretwegendas Judentum annahm; aber bald darauf verließ sie Polenion wegenihrer Unbeständigkeit wieder und war wieder für leichtsinnige Liebeleienfrei. Agrippas zweite Schwester, Mariamne II. lgeb. 34), welche,von ihrem Vater einem Jndäer Julius Arche laus, dem Sohneseines Freundes Chelkias, (o. S. 353) versprochen, ihn auch geheiratethatte, löste die Ehe auf, obwohl sie ihm eine Tochter geboren hatte,und verheiratete sich mit dem jndäischen Arabarchen Demetrios ansAlexandrien, wahrscheinlich dem Sohne des Arabarchen Alexanderund also Bruder des Apostaten Tiberins Alexander. Ausgelassenernoch war die jüngste Schwester, die schöne Drnsilla (geb. 38). DerVater hatte sie als Kind dem Prinzen Epiphanes, Sohn seinesFreundes Antiochos von Commagene, versprochen, aber nur unter derBedingung, daß derselbe Jndäer würde. Da Epiphanes aber nachAgrippas Tode mit einer schönen Frau das Judentum nicht in denKauf nehmen mochte, so verheiratete der jüngere Agrippa seine SchwesterDrnsilla an den König von Emesa, Namens Aziz, der sich bereit-willig zeigte, Jndäer zu werden. Trotzdem war Drnsilla so pflicht-vergessen gegen ihre» Gatten, daß sie ihn verließ, einen heidnischenRömer, den Landpfleger Felix, heiratete, ihm zu Liebe das Judentumaufgab und Heidin wurde. Ein falscher Prophet, Namens Simonaus Cypcrn, spielte dabei den Kuppler. Der Neid Berenices auf dieSchönheit der jüngsten Schwester soll der Beweggrund zu DrnsillasEhebruch und Religionswechsel gewesen sein^). Obwohl Agrippa II.anfangs nur Fürst von Chalkis war, galt er doch als judäischerKönig. Rom hatte ihm den Titel gelassen, aber ihm die Macht ge-nommen und gebrauchte ihn als gefügiges Werkzeug, die Bewegungder Nation überwachen zu helfen. Agrippa hing auch dem Kaiserhansemit Hingebung an, auch er nannte sichFreund des Kaisers". Schwach,wo es galt, die römische Anmaßung in Schranken zu weisen, zeigteer sich nur stark, wenn es darauf ankam, den Freiheitsbestrebungenseines Volkes entgegen zu treten. Und so waren auch die entferntestenVerwandten dieses Hauses, zwei Brüder, Kostvbar und Saul, undein Antipas, sämtlich entsittlicht, volksfeindlich, räuberisch^). Der

U Jos. das. XIX, 9. 1; XX, 7, 13.

2) Das. 9, 4; jüd. Krieg II. 17, 4; 20, 1.