Gegnerschaft wider Paulus.
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kommen Abrahams, befolget dieses Gesetz und verehret es auf jedeWeise in der Erkenntnis, daß der Vernunftwille Herrscher ist derTriebes." Diese Predigt, welche unter dem Titel: „Das vierteMakkabäerbuch" in Aufnahme kam, sollte geradezu eine Widerlegungder allzu verfänglichen Lehre bilden: Der Geist ist willig, aber dasFleisch ist schwach-).
Aber nicht bloß die Jndäer, sondern auch die Nazaräer warengegen Paulus wegen seiner Gesetzesstürmerei erbittert, und es entstanddadurch eine Spaltung innerhalb des jungen Christentums. Petrusoder Kephas, welcher als Sendbote sich bloß an die Jndäer wandte,lehrte ein anderes Christentum als Paulus, und andere Apostel,die auch auf Heidenbekehrnng ansgegangen waren, Apollos ansAlexandrien und ein gewisser Chrestos, predigten wieder anders^).Paulus gab nicht viel auf die Taufe, weil es doch auch ein Gesetzes-werk ist4), während Apollos großes Gewicht darauf legte und dieSeligkeit daran knüpfte^). Die Jndenchristen sahen mit Schrecken,welche Früchte die von Paulus gelehrte evangelische Freiheit trug. Inden von diesem gegründeten Gemeinden in Ephesus und Korinth hattenmehrere mit dem Gesetze jede Scham anfgegeben, trieben Unzucht,waren Trunkenbolde, auch Knabenschäadung kam unter ihnen vor;einer lebte mit seines Vaters Weib^). Judenchristliche Apostel reistendaher Paulus nach, erklärten dessen Lehre als Irrtum und Fälschungund bestanden darauf, daß das Gesetz des Jndentnmes auch für dieChristen verbindlich sei, indem nur durchs Gesetz die tierischen Leiden-schaften gebändigt werden könnten. Ganz besonders gab die Frageüber die Verbindlichkeit der Beschneidnng für die Heidenchristen Ver-anlassung zu heftigen Reibungen zwischen den judenchristlichen Apostelnund Paulus. Dieser hatte selbst eine Zeit lang auch heidnischeProselyten in den Abrahambund eingeführt. Als er aber durch Ent-stehung vieler heidnisch-christlichen Gemeinden sich unabhängig von derUrgemeinde in Jerusalem fühlte, gab er die Beschneidnng auf und
*) Viertes Makkabäerbuch e. 17 Ende.
-) Matthäus-Evangelium 26, 41 sMrc. 14, 38).
°) I. Korinthbr. 1, 12; 3, 4. 22; 4. 6. Statt muß man wohl
lesen Xaisoroi-, und es ist hier wohl von jenem Chrestus die Rede, vondem Sueton im Leben Claudius' erzählt (o. 25): ckmlaeos imMl8ors 01>rs8toa8sicluö tmmultantss lloma expnlit o. S. 371. Unmöglich kann Christus denandern daselbst genannten Aposteln Paulus und Apollos entgegengesetzt sein.)An der Identität von Chrestos bei Sueton mit Christus ist wohl nicht zuzweifeln, Vergl. Schürer III S. 33.)
Das. I, 14—17. °) Apostelgesch. 18, 24 fg.
°) I. Korinthbr. 5, 1. 9. 11; 6, 9; 7, 2; 10, 8; Epheserbr. 5, 3 ff.