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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

die sogenannten Zeremonialgesetze des Judentums, sondern auch dieSittengesetze hielt Paulus als Hemmnisse für die Heilsordnnng. Ohnedas Gesetz hätten die Menschen die Begierde nicht gekannt, erst durchdas Verbot:Du sollst nicht gelüsten", sei das Gelüste geweckt morden;durch das Gesetz sei erst die Erkenntnis der Sünde gekommen Z; derMensch sei fleischlich und zur Sünde geneigt; denn das Fleisch seischwach und wirke dem Gesetze entgegen 2). Dagegen stellte Pauluseine neue Lehre auf. Der Mensch sei erst fleischlich, schwach undsündhaft geworden, weil der erste Mensch gesündigt habe; AdamsÜbertretung habe eine unvertilgbare Erbsünde erzeugt und dadurchauch den Tod über die Menschen gebracht. Das Gesetz sei nichtim stände, die den Menschen angeborene Sünde zu überwinden.Um die Sünde und den Tod zu vernichten, habe Gott eine eigeneVeranstaltung treffen müssen ^): er habe den Messias, seinen Sohn,dem Tode übergeben »nd ihn darauf wieder lebendig gemacht, und diesersei der zweite Adam geworden, welcher die Erbsünde getilgt, den Todüberwunden und ewiges Lebe» gebracht habe. Wer an Jesus glaube,habe Anteil an diesem Leben und sei gegen die Sünde, die Ver-suchung und das Gelüste gewissermaßen gefeit. Jesus oder Christussei des Gesetzes Ende, wer an ihn glaube, sei an sich schon gerecht.Er habe, statt der Erlösung vom Joche der Völker, die Erlösung vonder Sünde gebracht Z.

Paulus faßte daher das Christentum als völligen Gegensatz gegendas Judentum ans. Dieses sei auf Gesetz und Zwang begründet,jenes hingegen beruhe auf Freiheit und Gnade. Nach dem Jndentumekönne der Mensch nur Gerechtigkeit oder Verdienst (ö---,«oar»>, Leoliüt)durch des Gesetzes Werke finden, nach dem Christentnme genüge derGlaube an den anferstandenen Messias, um diese Gerechtigkeit oderRechtfertigung zu erlange»^;. Jesus oder das Christentum habe dievon den Propheten verheißene neue Heilsordnnng gebracht. Das

Alte ist hin, und ein Neues ist gewordendas alte Bündnis (Testa-

ment) müsse dem neuen weichen. Abraham selbst sei nicht durch Ge-setzeswerke gerecht befunden worden, sondern durch den Glaubens, sodeutelte Paulus in klügelnder Weise die Schriftverse. Er ging abernoch weiter in seinem Deuteln. Er folgerte aus der Schrift, daßjeder, der unter dem Gesetze stehe und es nicht ganz und voll erfülle,

4) Römerbr. 3, 20 ff; 7, 7 f. -) Das. 7, 14 ff.

°) Das. 5. 12 ff; I. Korinthbr. 15, 21 ff.

Z Römerbr. 10, 4 ff; 3, 2324.

b) Das. 3, 25; 6, >8; 9, 30 ff; 10, 3; II, 6 ff; Galatbr. 5, 1.

°) II. Korinthbr. 5, 17. Römerbr. 4, I ff; Galatbr. 3, 6 ff.