Der Apostel Paulus.
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füßler und der Kriechtiere verwandelt, darum gab sie Gott in ihrenHerzensgelüsten hin, ihren Leib an sich selbst zu schänden"^).
Solche Predigten, mit Feuereifer vorgetragen und von einerPersönlichkeit unterstützt, die ihre ganze Seele in die Worte legte,konnte des Eindrucks auf bessergesiunte Heiden von reinerem Gemütenicht verfehlen. Dazu kamen noch die geheimnisvollen Schrecknissejener Zeit und die Furcht, daß der Weltuntergang nahe sei, welchePaulus durch seinen festen Glauben an die bevorstehende Auferstehungund au das Wiedererscheineu Jesu in die Hoffnung verwandelte, daßdie Toten in einem verklärte» Leibe aufersteheu würden, wenn diePosaune erschallen werde, und daß die Lebenden in einer Wolke zumHimmel emporgehoben werden würden^). So gewann Paulus diePhantasie vieler Heiden auf seiner Apostelwanderuug von Jerusalembis Jllyrien^). Indessen erweckte er anfangs nur Personen aus demniedrigen Staude, Ungebildete, Sklaven und besonders Weiber für seinefrohe BotschaftZ. Den gebildeten Griechen erschien das Christentum,das Paulus predigte, und das er einzig und allein mit der angeblicherfahrenen Auferstehung Jesu bewies und stützte, als eine belachens-werte Torheit^). Den Judäern mußte es notwendigerweise Ärger-nis bereiten0). Paulus' Ausgangspunkt bei seiner Heidenbekehrungwar das judäische Bolk, das jndäische Schrifttum und die judäischeLehre; ohne diese waren seine Predigten von einem Messias undeiner Heilslehre vollständig inhaltslos. Selbst die Griechen, an dieer sich gewendet hatte, mußten etwas von Israel und Jerusalem ver-nommen haben, sonst hätte er tauben Ohren gepredigt. Er konntedaher nur in solchen Städten auknüpfen, wo es judäische Gemeindengab, von welchen die heidnischen Nachbarn mindestens eine schwacheKunde von dem Ursprung und der Lehre des Judentums erhaltenhatten.
Paulus ging aber geradezu darauf aus, die Fäden zu zerreißen,welche die Christuslehre mit dem Judcntume verknüpfte. Weil ihmdas Gesetz zur Aufnahme heidnischer Proselyten im Wege war, setzteer es tief herab. Es sei geradezu der Erlangung einer höhern Lebens-heiligkeit und des Tugendwandels hinderlich und schädlich. Nicht bloß
*) Römerbr. I, 23f.^Vergl. o. S. 383 f., woraus hervorgeht, daß Paulusdiesen Gedanken direkt oder indirekt aus dem Buche der Weisheit entlehnt hat.
") Römerbr. 13, II; I. Korinthbr. 7, 29; 15, 35 fg. I. Thessalonicher-br. 4, 16—17.
2) Römerbr. 15, 19.
U I. Korintbbr. 1, 26 s. 7, 22; s. auch das. 6, 4.
°) Das. 1, 22—23. °) Das.
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