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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Der Apostel Paulus.

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die Verpflichtung auf das Gesetz vermöge des Glaubens an Jesus er-lassen konnte. Allein er scheint mit seinem auf Klügelei beruhendenGlauben keinen Anklang gefunden zu haben, nicht einmal bei seinenlandsmannschaftlichen Gläubigen. Seine Theorie von der Außerkraft-setzung des ganzen Gesetzes mochte ihnen, als etwas ganz Neues,nicht geheuer Vorkommen. Auch scheinen sie noch immer Mißtrauengegen ihren ehemaligen Verfolger gehabt zu haben. Kurz, Saulus-Paulus konnte sich in Damaskus nicht halten und entwich nach Arabien,d. h. nach Auranitis *), wo es ebenfalls judäische Gemeinden gab.Als er aber zum zweitenmal nach Damaskus zurückkehrte, und seineGlaubensgenossen mehr Vertrauen zu ihm faßten und mit ihin ge-meinschaftliche Sache machten, konnte er sich seinem Bekehrungseiferhingeben. Indessen reizte er mit seinem ungestümen, rücksichtslosenWesen und mit seiner Behauptung, daß das Gesetz aufgehoben sei, diejudäische Gemeinde in Damaskus. Der judäische Ethnarch dieserStadt, welcher von Aretas Philodemos eingesetzt oder bestätigtworden war (o. S. 371), suchte ihn gefangen zu nehmen. Seine Ge-nossen retteten ihn aber, indem sie ihn in einem Korbe durch einFenster in der Mauer ins Freie setzten ff. So entkam er den Händenderer, welche mit Recht in ihm den Zerstörer des Judentums erblickten.Wohin sich Paulus von da begab, ist ungewiß. Nach Jerusalem kamer erst drei Jahre nach seiner Bekehrung, anstatt sich dort sofort vonden unmittelbaren Jüngern Jesu Gewißheit zu verschaffen, was Jesusgetan und gelehrt, und was er beabsichtigt hatte. Er fühlte Wohl,daß ein großer Abstand zwischen ihm und den christlichen Galiläernvorhanden war, und daß er sich mit ihnen nicht werde verständigenkönnen. Paulus war von dem einzigen Gedanken erfüllt, daß derSegen für alle Geschlechter oder die Verheißung (-Tro^el-o) anAbraham: er werde Vater vieler Völker sein, und daß die Fülle derHeiden zur Kindschaft Abrahams herangezogen werden sollte**), end-lich eine Wahrheit werden müßte, und daß er berufen sei, diesesWerk zu vollbringen. Den Unterschied zwischen Judäern und Griechenoder Heiden, zwischen Knechten und Freien wollte er verschwindenmachen und alle zu Brüdern in dem Bunde Abrahams, zu AbrahamsSamen nach der Verheißung vereinigen ff. Das war die frohe Bot-schaft die er den Völkern zu bringen gedachte. Es war aller-

dings ein umfassender Gedanke, für den freilich die Ebioniten in Jerusalemund auch die sogenannten Säulenapostel kein Verständnis hatten.

ff Galatbr. 1, 17. ff II. Korinthbr. I I, 33. Apostelgesch. 9, 2325.

ff Römerbr. 4, 17. 11, 25 f. Galatbr. 3, 14. 16. 18. 20.

ff Galatbr. 3, 28.

Graetz, Geschichte der Juden. III.

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